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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Erinnerung an Hudes „Picasso“

26.03.2016

Hude Meistens hat er explosionsartig seine Gefühle auf die Leinwand gebannt. In knalligen Farben. Ein bisschen psychedelisch angehaucht. Irgendwie faszinierend. Manchmal sind es aber auch ganz gegenständliche, figürliche Themen oder auch mal etwas düsterere Szenarien gewesen, die der Huder Künstler Peter Hemmels­kamp in seiner kreativen Schaffenszeit in Öl, mit Pastellfarben oder Kreide und auch anderen Materialien schuf. Hemmelskamp, den man in Hude unter dem Spitznamen „Picasso“ kannte, hat „ohne Ende gemalt“, wie sich Christian Szerwinski erinnert.

Szerwinski, der in Hude und Berlin zu Hause ist, rückt jetzt das Werk von Hemmelskamp in den Blickpunkt.

Mit 44 gestorben

Hemmelskamp erlag vor zehn Jahren, am 27. März 2006, einem Krebsleiden. Im
Alter von nur 44 Jahren. Hinterlassen hat er unzählige Bilder. Allein mehr als 40 Werke hat Christian Szerwinski davon in seinem Besitz.

Szerwinski, der als Bauträger in Berlin sehr erfolgreich war und von 1989 bis 2002 mit seiner Familie in Hude lebte, lernte „Picasso“ kennen auf dessen elterlichen Hof in Hude. Dort hatte Szerwinski seinerzeit Trabrennpferde eingestallt.

Szerwinski zeigte sich fasziniert von Hemmelskamps Bilderwelten. Aber auch andere Künstler des damaligen Ateliers Hasbruch (heute „Künstler in Hude“) beeindruckten ihn. So hat er zum Beispiel auch Skulpturen von Wolf E. Schultz für sein Holzhaus-Projekt Borkwalde erworben und dort aufgestellt. Es war 1994, als Szerwinski, die nach seinen Angaben größte Holzhaussiedlung in Borkwalde bei Berlin errichtete.

Aber zurück nach Hude, wo Szerwinski und Ehefrau Kersten Moritz immer noch ein Haus haben. Jetzt zu Ostern sind sie wieder mal im Klosterort und planen, das Werk von Peter Hemmelskamp in diesem Jahr einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Idee ist eine Hemmels­kamp-Ausstellung zur „Italienischen Nacht“ im Sommer. Die Ausstellungsorte müssten noch geklärt werden, eventuell sei auch eine Multimedia-Schau denkbar, so Szerwinski.

Denn alle Bilder im Original zu zeigen, würde sicher den Rahmen sprengen.

Szerwinski will eine Webseite für den Künstler Hemmelskamp einrichten. Dort sollen auch andere Kunstfreunde, die Werke des Huder Malers besitzen, ihre Bilder online zeigen können. „Die Internetseite ist im Aufbau“, sagt Szerwinski.

Bild für den Bundestag

Ein Werk von Hemmels­kamp ist laut Szerwinski früher einmal vom Künstler persönlich auch an die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth überreicht worden. „Er ist da einfach mit seinem Vater hingefahren“, so Szerwinski. Hemmelskamp zeigte seine Bilder zu Lebzeiten auf etlichen Ausstellungen in Oldenburg, Bremen, Wilhelmshaven und natürlich auch in Hude – meistens in Verbindung mit anderen Künstlern des Ateliers Hasbruch.

Der Bauernsohn und gelernte Zahntechniker bereiste die Welt, 1984 verbrachte er einen halbjährigen Studienaufenthalt in Spanien. Er schrieb einen Reisebericht und einen Kriminalroman (unveröffentlicht), verfasste Gedichte, wie die Sammlung „Käfig aus Zeit“. „Gerne führte er tiefsinnige Gespräche“, erinnert sich Christian Szerwinski an seine Huder Begegnungen mit Peter Hemmelskamp, der schon ein ganz besonderes künstlerisches Original gewesen sei. Hemmels­kamps Asche liegt unter einem Baum im Friedwald Hasbruch. Seine Bilder aber leben weiter und sollen nun, zehn Jahre nach seinem Tod aus den Archivmappen und den Privaträumen der Szerwinskis den Weg an die Öffentlichkeit finden.

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