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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Feuerwehren brauchen Quereinsteiger

09.03.2015

DÜngstrup Damit hatte Kreisbrandmeister Andreas Tangemann wohl nicht gerechnet. Während der Vertreterversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Landkreis Oldenburg bei Schönherr in Düngstrup stand er am Sonnabend selber auf der Liste der zu Ehrenden.

Für seine Verdienste und das hohe Ansehen nicht nur in Feuerwehrkreisen verliehen ihm Regierungsbrandmeister und OFV-Sprecher Dieter Schnittjer und der Verbandsvorsitzenden Peter Sparkuhl die Verdienstmedaille in Silber des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFBV).

Über die besondere Auszeichnung durften sich auch Hauptlöschmeister Herbert Aschenbeck (FF Dötlingen) und Hauptfeuerwehrmann Dieter Otten (FF Großenkneten) freuen. Die Landesehrennadel in Silber erhielten Oberbrandmeister Bernd Seemann (FF Schierbrok-Schönemoor) und Werkbrandmeister Rolf Löschen (Exxon Mobil).

Daneben überreichten Schnittjer, Sparkuhl und Tangemann die LFV-Ehrennadel in Bronze an die erste Haupt-feuerwehrfrau Elke Stöver-Oetjen (FF Wardenburg). Ferner wurde Holger Meyer (Zugführer des Fernmeldezuges) zum Oberbrandmeister befördert. Bei den Wahlen zum Vorstand erhielt Kassenwartin Silke Judwerschat erneut das Vertrauen. Als neuen Kreispressewart wählten die Vertreter Christian Bahrs in Abwesenheit, der damit Nachfolger von Uwe Arndt wird. Stellvertretende Pressewartin ist Tanja Konegen-Peters.

In seiner Ansprache hielt es Verbandsvorsitzender Peter Sparkuhl eher mit markigen Worten. Er appellierte an Politik und Verwaltung der Kommunen, sich nicht von Berichten aus Jahreshauptversammlungen mit wenigen Einsätzen blenden zu lassen. „Denn es kann jede Region mit einer Großschadenslage treffen.“ Dann würden geschulte Kräfte, modernes Gerät und nicht nur eine Feuerwehr benötigt werden. „Bei vielen Einsätzen werden schon heute zeitgleich mehrere Feuerwehren durch die Großleitstellen stichwortabhängig alarmiert.“ Dahinter steht die Aufgabenverteilung und damit Wichtigkeit jeder einzelnen Wehr.

Auch das Thema Nachwuchs und Ausbildung zog sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Reden. „Noch zehren wir von der sehr guten Arbeit in den Jugendfeuerwehren.“ Es würden aber „Quereinsteiger“ aus der Bevölkerung fehlen. Die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit trage nicht genügend Früchte. „Es ist sehr schade, dass immer weniger Menschen bereit sind, etwas freiwillig in die Gesellschaft einzubringen“, so Sparkuhl.

Kritik gab es auch in Richtung Hannover. Den Feuerwehrschulen laufen die Lehrkörper weg. Lehrgänge fallen aus. Letztendlich sei das auch eine Frage der Entlohnung für die Ausbilder.

Sparkuhl sprach ebenso die schleppende Anschaffung eines Verwaltungsprogramms durch das Land an. Nach drei Jahren sei jetzt eine Ausschreibung gestartet worden. „Gut, dass wir schon ein eigenes Programm haben. Und gut, ist, dass Andreas Tangemann und Dieter Schnittjer die Belange an den richtigen Stellen vorbringen.“

Zuvor hatte Tangemann von 1089 Brand- und Hilfeeinsätzen berichtet. 1700 Feuerwehrkameraden sowie 158 Werksfeuerwehrleute sind im Kreisverband organisiert.

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