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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Erster Weltkrieg: Für den Großherzog an die Front

23.04.2014

Sage „Die folgende Niederschrift soll kein Roman sein. Es sind Mitteilungen aus meinem Leben, welches in einer Monarchie unter der Obrigkeit eines Kaisers und eines Großherzogs begann.“ So beginnen sie, die über 700 Seiten aus dem Leben von Johann Heinrich Geerken, der als Soldat am Ersten Weltkrieg teilnahm. Die Seiten sind alle handschriftlich verfasst und selber gebunden worden – heute hält die Memoiren Geerkens Sohn Peter in den Händen, der zusammen mit seiner Frau Elke in Sage lebt.

„Staubig wird das Buch bei uns nie, zu oft blätter ich durch die Seiten. Das Leben meines Vaters und gerade sein Kriegserlebnisse sind sehr spannend“, verrät der 73-Jährige. Er und seine beiden Brüder haben jeweils eine Ausgabe des Werkes erhalten, die Johann Geerken alle selber schrieb: „Damit es keinen Streit unter uns Jungs gab, schrieb mein Vater für jeden ein Buch“, verrät Peter Geerken.

Geboren wurde sein Vater Johann am 23. Januar 1897 in Lintel bei Hude. Am 2. August 1916 trat der gelernte Landwirt beim oldenburgischen Infanterie-Regiment 91 seinen Dienst an. Nach einer kurzen Zeit an der Ostfront und der Teilnahme an der Schlacht bei Kowel kam Johann Geerken 1917 nach Frankreich. „Ab Seite 163 berichtet von Vater von der Erlebnissen der Grabenkämpfe. Von einem Granattrichter zum anderen sind sie gesprungen. Das muss schrecklich gewesen sein, aber gejammert hat er nie. Mein Vater hat den Krieg gut verdaut, er war ein harter Hund“, verrät Peter Geerken.

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Der 16. November 1917 wurde ein ganz großer Tag für den stolzen Oldenburger. Ausführlich beschreibt Johann Geerken auf einer Seite seines Buches die Verleihung des Friedrich-August-Kreuzes 2. Klasse, „und das an Großherzogs Geburtstag“, schreibt Geerken. Wie stolz er auf seine Herkunft war, sah man schon an seinem Buch. Die Seiten sind oben und unten blau-rot, die Farben des alten Großherzogtums. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde Geerken durch Granatsplitter am rechten Arm und Oberschenkel verletzt. Am 25. November 1917 geriet er in französische Gefangenschaft, aus der er erst 1920 wieder entlassen wurde. „Die Zeit als Kriegsgefangener beschreibt er als große Schmach. Für meinen kaiser- und herzogtreuen Vater war es eine Demütigung“, so sein Sohn.

Den Rest seines Lebens verbrachte Johann Geerken in Schleswig-Holstein. Dort hatte er Arbeit gefunden und seine Frau kennenlernte. Sohn Peter tat dann das, was dem Vater verwehrt blieb – er zog ins Oldenburger Land, nach Sage. „Leider konnte mein Vater das nicht mehr erleben. Das hätte ihn sicher stolz gemacht.“ Johann Geerken starb 1981 im Alter von 84 Jahren.

Für den 73-jährigen Sohn Peter bleibt das Buch ein großes Geschenk, um über das Leben seines Vaters zu forschen. „Selber hat mein Vater nicht viel über den Krieg gesprochen, sein Buch erzählt mehr.“


Spezial zur Serie auf   www.nwz-online.de/erster-weltkrieg 
Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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