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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gänsehautgefühl zwischen den Ruinen

28.07.2014

Hude „Ihr glaubt gar nicht, wie stolz eure Lehrer auf euch sind“, stellte Schulleiter Nico Rettcher im Anschluss an die Vorstellung fest. Er sprach von einem Gänsehautgefühl, dass die Darbietung erzeugte. Nicht nur die Lehrer waren stolz auf die rund 100 Schülerinnen und Schüler der Peter-Ustinov-Schule. „Super! Das war einmalig und absolut filmreif“, freute sich Hergen Kruse, Vater eines der mitwirkenden Jugendlichen. Zuvor hatte es einen nicht endenwollenden Applaus von der mit fast 400 Zuschauern voll besetzten Tribüne gegeben.

Intensive Vorbereitung

Die Acht- und Neuntklässler der Peter-Ustinov-Schule hatten sich innerhalb von vier Wochen, in denen der reguläre Unterricht ausfiel, mit dem Choreographen-Team Volker Eisenach und Anja Meser intensiv auf diesen großen Tag vorbereitet. Einige durchaus auch mit Skepsis. Aber am Ende zeigten sie bei der Premiere am Freitagabend in der Kulisse der Klosterruine, das Teamgeist Großartiges entstehen lassen kann.

Die einstudierte Choreographie „Der Tod und das Mädchen“, basierend auf einem Streichquartett von Franz Schubert, hätte besser nicht ausgewählt sein können für diese Kulisse. Mittendrin auch immer wieder zwei erwachsene Frauen, die als „Todesgöttinnen“ unnahbar Regie über Leben und Tod führten: Ursula Hahn und Karin Kurdum spielten ihre Rollen sehr beeindruckend in diesem generationenübergreifenden Tanzprojekt.

Das Publikum war begeistert. „Das hat auch emotional stark berührt“, stellte Hudes stellvertretender Bürgermeister Peter Zwiener fest, gerade auch weil das ehemalige „Totentor“ der Huder Mönche eine besondere Rolle spielte. Zwiener lobte die große Ernsthaftigkeit und zugleich die Spielfreude, mit der die jungen Leute die vier Szenen tänzerisch umsetzen.

„Zwischen Leben und Tod“, „Am Grab“, Leben wollen“ und „Neubeginn“ waren die Szenen überschrieben. Jeder Zuschauer konnte dabei seinen eigenen Gedanken freien Lauf lassen. „Der Tanz soll eine Quelle für die unterschiedlichen Geschichten sein, die sich in den Köpfen der Mitwirkenden und Betrachter erzählen“, so Choreograph Volker Eisenach.

Er hat in den vergangenen Wochen mit seiner Kollegin Anja Meser eine tolle Arbeit geleistet, wobei am Ende die Schüler merkten, dass es nicht das Projekt der Choreographen, sondern ganz und gar ihr Projekt ist.

Die mehr als 100 Mitwirkenden haben bei der Premiere denn auch alles gegeben. Dabei wäre der Abend im wahrsten Sonne des Wortes fast ins Wasser gefallen. Als am Freitagabend wenige Minuten vor dem eigentlichen Vorstellungsbeginn, der um 21 Uhr geplant war, ein Gewitterschauer niederprasselte, war die bange Frage, ob die Vorstellung überhaupt noch stattfinden konnte. Eine Verlegung in die Schulturnhalle wäre möglich gewesen. Aber eine Vorführung ohne die illuminierte Kulisse der Klosterruine – das wollte keiner.

Nass, aber gut

20 Minuten wurde gewartet. Dann ließ sich der Wettergott überzeugen, die Himmelsschleusen wieder zu schließen. Organisatoren, Publikum und Akteure atmeten auf. Weil es so nass war, hatte der Choreograph den Schülern gesagt, dass sie sich nicht wie geplant ins Gras legen müssen, sondern nur in die Hocke gehen. Den jungen Darstellern aber war das egal, sie zogen ihre Darbietung so durch wie geplant. Dass sie nass und schmutzig wurden, störte sie nicht.

„Es war nass aber gut. Das muss man erlebt haben“, sagte Mitwirkende Hanna Brand (15) hinterher. „Das hat mehr Spaß gemacht als erwartet“, stellte ihre Mitschülerin Kerstin Heyken (15) fest.

Für die mitwirkenden Schülerinnen und Schüler sollte es ein unvergessliches Projekt werden. Dieser Wunsch von Choreograph Volker Eisenach dürfte in Erfüllung gehen. Die Jugendlichen haben viel gelernt über tänzerische Ausdrucksformen – vor allen Dingen aber auch darüber, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Am Sonnabendabend fand eine weitere Vorstellung statt. Viele Zuschauer vom ersten Abend kamen erneut, berichtete Monika Rundel-Tegtmeyer vom Vorstand des Kulturvereins Impuls. „Wir hatten eine wunderbare zweite Aufführung, ganz ohne die wetterbedingte Dramatik des Premierenabends – mit einem Tänzerensemble, das vor der Ruine konzentriert, aber wesentlich gelöster wirkte“, sagte sie. „Der Kulturverein ist hoch zufrieden – vor allem mit der individuellen Leistung jedes einzelnen Tänzers und jeder Tänzerin, denn alle Beteiligten sind in den letzten vier Wochen über sich selbst hinaus gewachsen – und auch mit der Resonanz und dem Besucherergebnis.“

Möglich wurde das aufwendige Projekt durch großzügige Unterstützung von Sponsoren und Gemeinde. Dafür dankte Kulturvereinsvorsitzende Dr. Carola Thurow allen Beteiligten am Premierenabend. Dieser wurde eingeleitet von Darbietungen der Band der Förderschule unter Leitung von Andreas Schneider.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landk  oder   reis 
Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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