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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kreiskantor aus Ganderkesee macht die Orgel begreifbar

01.11.2019

Ganderkesee /Bad Zwischenahn Sie ist üblicherweise unbeweglich, thront weit oberhalb ihrer Zuhörer – zumeist sogar hinter ihnen – und derjenige, der sie spielt, ist nicht selten unsichtbar: Die Kirchenorgel ist es nicht, was Kindern als Erstes in den Sinn kommt, wenn die Wahl eines Musikinstruments ansteht.

„Es hat einen Grund, dass es oft heißt: ,Die Orgel spielt’“, sagt Thorsten Ahlrichs, dem es ein erklärtes Anliegen ist, sein Herzensinstrument und auch das Berufsbild des Organisten stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Der Kreiskantor des Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg-Land mit Sitz in Ganderkesee ist einer von landesweit elf Kirchenmusikern, die sich am Projekt „Orgel zu Gast im Klassenzimmer“ beteiligen.

90 Minuten mit Experten

Anlässlich des 300. Todesjahres des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur Mittel für das Projekt „Orgel zu Gast im Klassenzimmer“ zur Verfügung gestellt. Realisiert wird es von der Musikland Niedersachsen gGmbH, bei der sich Schulen für eine 90-minütige Unterrichtseinheit mit einem der elf Orgelexperten bewerben konnten.

Hinter Thorsten Ahlrichs liegen acht Workshops mit Schülern vom dritten bis zum zehnten Jahrgang. Sie führten ihn nach Bad Zwischenahn, Diepholz und sogar nach Geestland bei Cuxhaven. Ehrenamtlich hat er den Workshop, für den er zusammen mit den anderen beteiligten Kantoren speziell fortgebildet wurde, zudem in Ganderkesee für eine Gruppe von Konfirmanden sowie für den Kinderchor der ev.-luth. Kirchengemeinde angeboten.

Um Kinder und Jugendliche für die Orgel zu begeistern, ist nach Ahlrichs’ Erfahrung vor allem eines entscheidend: „Man muss ihnen die Möglichkeit des Kontakts bieten.“ Schließlich seien die Orgel und ihre Musik im Alltag kaum präsent.

Im Mittelpunkt des besonderen Unterrichts steht die Doe-Orgel (Selbstbau-Orgel) aus der Werkstatt des niederländischen Orgelbauers Verschueren. Vier Exemplare wurden für jeweils 4000 Euro angeschafft – um die Orgel, im wahren Wortsinn, auch außerhalb des Kirchenraums begreifbar zu machen.

140 Einzelteile

Das Projekt „Orgel zu Gast im Klassenzimmer“ soll das – mit einem ganz praktischen Ansatz – ändern: So kommen die Kantoren nicht mit einer fertigen Orgel in die Schulen, sondern mit 140 Einzelteilen, die von den Schülern in kleinen Teams zu einem spielfähigen Instrument zusammengesetzt werden.

Dass das Ergebnis – wenngleich im Miniaturformat – genauso funktioniert wie eine riesige Kirchenorgel, stellte Ahlrichs am Schluss seiner acht Workshops jedes Mal eindrucksvoll unter Beweis. „Es hatte im Vorfeld speziell für das Instrument einen Kompositionswettbewerb gegeben“, berichtet Ahlrichs. Die Partituren seien den Beteiligten anschließend zur Verfügung gestellt worden. Denn mit zwei Registern und 48 Pfeifen kann die Doe-Orgel natürlich nur einen Bruchteil der Klangvielfalt abbilden, die sich auf einer Kirchenorgel realisieren lässt.

Bei den beteiligten Schülern kamen der besondere Musikunterricht und das kleine Abschlusskonzert bestens an. Zudem freute sich Ahlrichs über die positive Resonanz aus den Lehrerkollegien: „In fast jeder Schule kamen noch Lehrkräfte von außen dazu, um zuzuschauen.“

Weitere Besuche möglich

Der Kreiskantor würde mit der Doe-Orgel gerne auch die Schulen im eigenen Kirchenkreis besuchen. Er könne sich zum Beispiel eine dreiteilige Kombination aus einer vorbereitenden Theorieeinheit, seinem Besuch mit dem Orgelbausatz in der Schule und einer Exkursion der Klassen in die Kirche vorstellen, erklärte Ahlrichs.

Die vier Doe-Orgeln, die das Land angeschafft hat, sollen nach Abschluss des Projekts an strategisch günstigen Standorten in Niedersachsen stationiert und von dort aus verliehen werden – einer davon könnte Ganderkesee sein. „Wir möchten uns jedenfalls darum bewerben“, kündigt Thorsten Ahlrichs an.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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