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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Alles hat ein Ende, nur Querbeat hat vier

20.01.2018

Ganderkesee Nein, es ist nicht alles vorbei: Im kleinen Kreis wollen sie ja noch weiter spielen, die fünf Musiker von „Querbeat“. So ein „Wohnzimmerkonzert unplugged“ zum Beispiel, das kann sich Schlagzeuger Dirk Brinkmann auch in Zukunft immer mal wieder vorstellen. Aber die große Bühne rocken sie nur noch einmal – und dann nie wieder: Die diesjährigen Büttenabende werden nach 20 Jahren zur Abschiedsvorstellung für „Querbeat“. Immerhin: Es sind ja vier Abende.

Da ist auch eine große Portion Wehmut herauszuhören am Donnerstagabend im Probenkeller unterm Haus von Gitarrist Thomas Fleischer am Schlattenweg in Ganderkesee. „Im Bistro vor 30, 40 Leuten zu spielen, ja gut“, sinniert Sänger Oliver Grube, „aber so einen Büttenabend mit 700 bis 800 Menschen zum Toben zu bringen, das ist ein tolles Gefühl, das gibt einem viel.“ Warum hören sie dann auf? „Was wir spielen wollten, haben wir gespielt“, meint Grube, „das junge Publikum will vor allem Ballermann-Hits – das ist nicht unsere Musik.“

Am Anfang Beatles

Ihre Musik, das sind und waren besonders die Beatles. Mit einer nahezu perfekten Kopie der „Fab Four“ feierte „Querbeat“ beim Büttenabend 1998 ein umjubeltes Faschings-Debüt – und war seitdem aus dem Programm nicht mehr wegzudenken. Eine schöne Zeit war’s, auf wie hinter der Bühne. Vor allem früher, als die Büttenabend-Aktiven sich noch auf der Tribüne der Festhalle, nur durch einen Vorhang getrennt vom Publikum, umzogen und nach den Auftritten erst recht Spaß hatten – auch dank eines anregenden Destillats aus dem Hause Molinari. Einmal wurden da oben sogar Spiegeleier gebraten, zusammen mit den Bookhorn Allstars, der anderen Faschingsband, mit der „Querbeat“ in freundschaftlicher Rivalität verbunden ist. „Das wird fehlen“, glaubt Torge Kublank.

Der Keyboarder und Gitarrist, mit 39 Jahren das Küken im Quintett und gerne auch als „Praktikant“ tituliert, stieß erst 2003 zu der Band – das ergab sich auf besagter Tribüne, wo Kublank als Büttenredner sowieso zum Molinari dazukam. Angefangen hat die Band als Trio: Thomas Fleischer (52) und Olli Grube (49) taten sich mit Gitarrist Stefan Keller (51) zusammen und übten erstmal Hits von Westernhagen ein. Ein Drummer würde dem Ganzen gut tun, fanden sie, und Sänger Grube kannte Dirk Brinkmann (48) von der Berufsschule – „da waren wir zu viert“.

„Mit Fasching hatten wir erstmal nichts am Hut“, sagt Fleischer. „Querbeat“ – der Name sollte zugleich Programm sein – trat in Kneipen und Bistros auf, auch beim Bergedorfer Schützenfest. „Und wir waren mal Vorband für die ,Jeremy Days’“, betont Brinkmann. Allerdings: „Die spielten um 21 Uhr und wir nachmittags um drei. Aber wir saßen am gleich Tisch bei der Erbsensuppe.“

Donnerstagabend im Probenkeller gibt’s keine Suppe, aber Mettbrötchen. Der Anlass ist ein besonderer, denn die Abschieds-Pressekonferenz, launig moderiert von Ex-Regiechef Gerrit Meyer, wird live auf Facebook gezeigt. Fast 1000 Fans wollen miterleben, was die Fünf zu sagen haben. Und stellen Fragen wie diese: Ob „Querbeat“ auch, wie „Status Quo“ nachgesagt wird, nur drei Akkorde beherrscht? „Das ist doch viel“, findet Dirk Brinkmann, „ich kann gar keinen!“ Spaß muss sein, da war die Gruppe schon immer gnadenlos.

Am Ende Beatles

„Die Büttenabende“, sagt Brinkmann, „waren für uns eine riesengroße Spielwiese. Man hat uns gelassen.“ Die einzige Auflage der Regie, ergänzt Olli Grube, sei die Zeit gewesen: „Nach acht Minuten war Schluss.“ Dieses Limit hat „Querbeat“ aber nie einhalten können, es wurden einfach zu viele Zugaben verlangt. Das wird auch beim letzten Mal so sein. Und die allerletzte Zugabe, soviel sei verraten, ist natürlich von den Beatles.

Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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