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Die „Seute Deern“ wird abgewrackt
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Aktualisiert vor 15 Minuten.

Museumsschiff In Bremerhaven
Die „Seute Deern“ wird abgewrackt

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Narren zahlen überwiegend klaglos

31.01.2019

Ganderkesee Der Fasching wird teurer – für die Organisatoren wie für die Teilnehmer: Wegen gestiegener Ausgaben beim Umzug und schrumpfender Rücklagen bittet die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) jetzt erstmals beim Fasching um den Ring nicht nur die Besucher zur Kasse, sondern auch alle Umzugsteilnehmer, ob groß oder klein. „Dass das nicht populär ist, ist uns bewusst“, erklärt GGV-Pressesprecher Timo Vetter. Vereinzelte Unmutsäußerungen seien beim Präsidium angekommen, bestätigt er, in den meisten Gruppen sei die Maßnahme aber auf Verständnis gestoßen. Nur sei sie im Vorfeld wohl nicht ausreichend kommuniziert worden, räumt Vetter ein.

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Das ist zu verkraften

Dabei hatte die GGV im Dezember bei der obligatorischen Besprechung mit Vertretern der Umzugsgruppen – von denen aber nur wenige anwesend waren – ausdrücklich darauf hingewiesen, dass beim Fasching um den Ring in diesem Jahr erstmals für alle Teilnehmer ein ermäßigter Eintrittspreis von 3 Euro erhoben werden sollte. Der Eintritt in voller Höhe kostet 5 Euro. Mitglieder der Umzugsgruppen, die nach der Narren-Parade bis in die Nacht im Festzelt oder im Oldenburger Hof weiterfeierten, mussten auch bisher schon das Tanzband für 8 Euro erwerben – daran ändert sich jetzt nichts. Auch dieser Preis ist übrigens für Umzugsteilnehmer herabgesetzt – alle anderen Besucher zahlen 12 Euro.

Kritik an der Neuerung kam unter anderem vom „Hausmänner-Stammtisch“, der seit 2003 alljährlich mit einem imposanten Festwagen um den Ring rollt. „Wenn man bedenkt, was die Gruppen ohnehin schon investieren, ist dieser zusätzliche Eintritt ganz schön heftig“, findet „Hausmann“ Mario Kubenka. „Wir sind davon zwar nicht so betroffen, weil bei uns sowieso fast alle das Tanzband für 8 Euro nehmen. Aber da, wo ganze Familien mitmachen, die dann nach dem Umzug mit den Kindern nach Hause gehen, wird es jetzt teuer.“

So eine Gruppe ist der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege, Jahr für Jahr eine der größten im Umzug mit weit über 100 Teilnehmern. „Die Aufteilung ist bei uns so etwa halbe-halbe“, sagt Ortsvereins-Vorsitzender Enno Vosteen. Das heißt, die eine Hälfte, die bisher keinen Eintritt zahlen musste, ist jetzt mit 3 Euro pro Person dabei. „Wenn man es den Leuten erklärt, ist aber das Verständnis da“, hat Vosteen erfahren. „Bei uns ist das jedenfalls kein großes Thema.“

„Ein Umzug ohne Eintritt ist nicht denkbar“, betont Timo Vetter. „Der ganze Narrenzirkus kostet nämlich mächtig Kamelle. Alles wird teurer: Absperrgitter, Sicherheits- und Rettungsdienst, Straßenreinigung, Toiletten . . .“ Zwar werde die GGV bei Straßenreinigung und Entsorgung von der Gemeinde und ortsansässigen Unternehmen unterstützt, so Vetter, trotzdem „laufen uns im Zuge von Mindestlohn und immer neuen Sicherheitsauflagen die Kosten davon“.

Hinzu kommt nach Angaben des GGV-Sprechers, dass das in vielen Jahren erarbeitete finanzielle „Polster“ immer dünner werde. Während in der Vergangenheit „schlechte Jahre“ noch mit den Rücklagen aus „guten Jahren“ überbrückt werden konnten, könne sich inzwischen ein verregneter Umzugstag schon „katastrophal“ auswirken. In anderen Narren-Hochburgen würden Startgelder erhoben, so Vetter. In Ganderkesee heißt das nun eben Eintritt.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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