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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Koffer mit Pflaster und Schmerztabletten

25.01.2018

Ganderkesee Der Rollkoffer ist immer dabei. Er enthält alles, was Prinz, Prinzessin und den vier Ehrendamen in schwierigen Situationen hilft: Pflaster und Schmerztabletten, Ersatz-Strumpfhosen, Nähzeug und andere nützliche Dinge. „Das ist unser Mary-Poppins-Koffer“, sagt Carmen Laqua (38), die mit Petra Schwarting (53) und deren Tochter Maren Schwarting (26) für die Prinzenpaarbetreuung zuständig ist.

Manchmal kommen sich die drei Frauen tatsächlich vor wie das Kindermädchen aus dem Film. Sie sind dafür da, dass sich das Prinzenpaar und die Ehrendamen ohne Gedanken an Organisatorisches ihren Repräsentationspflichten widmen können. Die Arbeit der Betreuerinnen beginnt bereits vor dem 11.11. Sobald die neuen Faschingsmajestäten feststehen, bereiten sie sie auf das vor, was beim Auftakt des Faschings auf sie zukommt. „Wir nehmen die Aufregung raus“, sagt Petra Schwarting. Außerdem gehört es zu den Aufgaben der drei Frauen, auf die Abläufe zu achten. Gleich am Anfang, wenn sich Prinzenpaar und Ehrendamen kennengelernt haben, gibt es beispielsweise eine Stellprobe. Dabei wird festgelegt, wer bei Auftritten und Fototerminen neben wem stehen soll.

Besonders gefragt sind Carmen Laqua sowie Petra und Maren Schwarting, wenn die heiße Phase des Faschings beginnt. Sie bereiten Prinzenpaar und Ehrendamen darauf vor, dass sie bei den Büttenabenden und beim Faschingsumzug über Stunden in der Öffentlichkeit stehen. „Es muss ihnen bewusst werden, dass immer einer guckt.“ Das Checken von Kurznachrichten auf dem Handy und andere private Dinge sind deshalb tabu. Es gehe auch darum, dass Haare und Kleidung richtig sitzen, berichtet Petra Schwarting. „Auch der Orden muss da sein.“ Hinzu kommen andere Regeln, die zu befolgen sind. Prinzenpaar und Ehrendamen müssen Stillschweigen über die Farbe der Kleider bewahren. „Der Prinz darf sein Zepter nicht weitergeben, nur an die Betreuung“, nennt Carmen Laqua ein weiteres Beispiel. Eine der drei Frauen ist stets in der Nähe der Majestäten. „Damit das Prinzenpaar uns immer erreichen kann.“

Stichwort Kindermädchen: Die drei Frauen haben auch im Blick, dass Prinzenpaar und Ehrendamen in den Pausen etwas essen und nicht zu sehr dem Alkohol zusprechen. „Wir sagen ihnen, passt auf, ihr repräsentiert etwas“, sagt Maren Schwarting. Manchmal müssen sie auch Leute abwimmeln, die die Regenten in ein Gespräch verwickeln wollen. Wenn die Aufregung vor den Büttenabenden und dem Umzug besonders groß ist, geht es um ganz banale Dinge: Die Betreuerinnen erinnern die Tollitäten dann zum Beispiel daran, dass sie noch einmal zur Toilette gehen sollten.

Manchmal müssen Petra Schwarting und ihre Kolleginnen auch Konflikte entschärfen. „Durch den ganzen Stress gibt es mal Spannungen“, sagt Carmen Laqua. „Wir sind dann als Puffer dazwischen.“ Wichtig sei, dass es allen Sechs gut gehe. Die Betreuerinnen weisen darauf hin, dass der Fasching für Prinzenpaar und Gefolge sehr anstrengend sei. Wenn die Büttenabende anstehen, gehe es oft schon vormittags zum Friseur, mittags würden dann nach und nach alle abgeholt. Und auch nach dem offiziellen Ende des Programms ist der Abend für die Majestäten noch nicht vorbei. Doch der Fasching hält auch viele schöne Momente bereit. Einer davon ist, wenn sich Prinz, Prinzessin und die vier Ehrendamen erstmals im vollen Ornat sehen: „Das ist immer ein toller Augenblick“, meint Petra Schwarting.

Und dann sind die Drei auch Ansprechpartnerinnen, wenn Prinzenpaar und Ehrendamen am 11.11. ihre herausgehobene Stellung wieder verlieren. Manche hätten Schwierigkeiten, ihr Amt wieder abzugeben, sagt Petra Schwarting. „Es gibt Leute, die leben es und gehen darin auf.“ Das gilt eigentlich auch für die Frauen von der Betreuung: Alle drei sind schon lange im Fasching aktiv und mit Begeisterung dabei.

Antje Rickmeier
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2740

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