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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Vom Prinzen- zum Ehepaar

12.02.2018

Ganderkesee Beim Rückblick auf ihre Zeit als Prinzenpaar vor 50 Jahren schauen sich Ursula Kreye und Walter Kreye lächelnd an und sagen: „Wir sind damals beide als Single in die Faschingssession gestartet und haben als Ehepaar aufgehört.“ Dass Prinz und Prinzessin auch im späteren Leben zusammen geblieben sind, hat es vereinzelt schon gegeben. Dass aber alles innerhalb eines Jahres „über die Bühne“ ging, das ist bisher einmalig.

Ursula und Walter sind beide mit dem Fasching groß geworden. Ursula Harlos (so ihr Mädchenname) war 1955 Kinderprinzessin. Später wirkte sie mit ihrem Gesangsverein „Liederkranz“ regelmäßig bei den Büttenabenden mit. Walter Kreye war als „Ganderkeseer Jung“ ebenfalls aktiv beim Fasching dabei. Wenn die Bühne in der Gaststätte „Zur Eiche“ und ab 1964 bei Witte in Immer für die Büttenabende hergerichtet werden musste, war Walter schon im Alter von 13 Jahren tatkräftig mit dabei. Einer der Mitbegründer des Ganderkeseer Faschings, Gustav Schütte, meinte einmal zu Walter Kreye: „Du könntest ja auch noch einmal Faschingsprinz werden.“ Walter gab zur Antwort: „Ja, warum nicht“ – und hatte das auch schon bald wieder verdrängt.

An einem Abend im Oktober 1967 hatte Walter Kreye schon seine Jacke an und war auf dem Weg zu einem Termin. In diesem Moment klingelte es an der Wohnungstür und Gustav Schütte und Alfred Schneider standen vor der Tür. Sie waren das sogenannte „Heldengreifkommando“, das die zukünftigen Prinzenpaare besuchen und überzeugen musste. „Walter, Du hast gesagt, dass Du einmal Faschingsprinz werden möchtest“, meinte Gustav Schütte. „Ich habe schnell ,Ja’ gesagt und musste dann zu meinem Termin“, blickt Walter Kreye auf diesen Abend zurück. Wer seine Prinzessin sein würde, das erfuhr er erst am 11.11., kurz vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung im Ganderkeseer Schützenhof. Die Freude war groß, als er Ursula Nehlsen (von ihrem ersten Mann geschieden) sah. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass man mich fragt. Aber auch ich habe sofort zugesagt“, erinnert sich Ursula Kreye. Walter fand seine Prinzessin so gut, dass er sie als Erstes zu einem Catch-Turnier in die Bremer Stadthalle mitnahm. Als erstes Prinzenpaar besuchten sie vor den Büttenabenden die teilnehmenden Gruppen. Insgesamt gab es bei Witte fünf Büttenabende mit anschließendem Tanz.

Den 4. März 1968 wird Ursula nie vergessen. Ein Traumwetter und nicht nur die Sonne strahlte, als Prinzessin Ursula I. mit 28 Reitern hoch zu Ross abgeholt wurde und ihr Prinz Walter I. vorne vorweg. „Das und auch der anschließende Faschingsumzug werden mir unvergessen bleiben“, schwärmt Ursula noch heute. Irgendwann in dieser Faschingssession sind beide sich näher gekommen und sind auch privat ein Paar geworden. „Das hat sich beim Fasching so ergeben“, lächelt Walter.

Am 12. Juli 1968 standen beide wieder im Mittelpunkt einer Feier. Dieses Mal aber nicht als Prinzen-, sondern als Brautpaar. Bei der Verabschiedung des Prinzenpaares am 11.11.1968 war Ursula bereits hochschwanger und ihre Schneiderin Martha Hoolt musste das Prinzessinnenkleid entsprechend weiter machen. Bis in den frühen Morgen schwang Ursula das Tanzbein und nur vier Tage später wurde Sohn Jörg geboren. 1982 bildete Jörg Kreye zusammen mit Inga Stolle das Kinderprinzenpaar. Ursula und Walter sind dem Ganderkeseer Fasching bis heute treu geblieben. Beide waren lange Jahre Mitglied der Gruppe „Ringtauben“, die viele Jahre das Publikum bei den Büttenabenden begeistern konnten.

Die ehemaligen Faschingsprinzen hatten sich mittlerweile als „Ex-Prinzen“ zusammen gefunden. „Was die Männer können, das können wir auch“, so Ursula Kreye. 1969 gründete sie die Gruppe der „Ex-Prinzessinnen“. Während Ursula nur noch passiv bei den Ex-Prinzessinnen ist, war Walter Kreye auch in diesem Jahr mit auf der Bühne beim Auftritt der Ex-Prinzenpaare bei den Büttenabenden. Viele Jahre war Walter Kreye zudem Mitglied im Festausschuss und im Bühnenaufbaukommando (Büko), das heute von Sohn Jörg geleitet wird. Von 1979 bis 2005 war Walter Kreye selbst im sogenannten „Heldengreifkommando“. Insider berichten, dass Walter immer wieder durch seine sachliche Art das zukünftige Prinzenpaar zu überzeugen wusste. Heute ist Walter Kreye Sprecher des Ältestenrats.

Ursula und Walter Kreye denken mit Freude an das Jahr 1968 zurück. „Es war eine schöne Zeit. Es war gegenüber dem heutigen Fasching alles etwas kleiner und auch noch familiärer“, stellt Ursula fest. Das Motto für die Faschingssession 1968 war noch auf Plattdeutsch und lautete: „Dat Leven is as een Sootbalken – dat geiht jümmers op un daal“ (Das Leben ist wie ein Brunnenbalken – es geht immer rauf und runter).

Für Ursula und Walter Kreye ging es fast immer nur rauf. In diesem Jahr können beide nicht nur den 50. Jahrestag ihrer Regentschaft, sondern auch ihre Goldene Hochzeit feiern.

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