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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

320 Jahre Orgel-Historie auf einen Blick

31.12.2019

Ganderkesee Mit Gabriel Luther, ein Nachfahre des Kirchenreformators, beginnt sie – und mit Thorsten Ahlrichs endet die Namensliste, die seit Kurzem an der Wand oberhalb des Treppenpodests der Ganderkeseer Kirche St. Cyprian und Cornelius angebracht ist. Auf drei Tafeln verteilen sich die 19 Namen, unter denen jeweils zwei Jahreszahlen angebracht sind. Einzig unter Ahlrichs’ Namen steht nur das Jahr 2015.

Der Kreiskantor des ev.-luth. Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg-Land ist der 19. Organist der Ganderkeseer Arp-Schnitger-Orgel. Alle 18 Vorgänger, die das historisch bedeutsame Instrument seit dessen Bau im Jahr 1699 gespielt haben, sind lückenlos auf den drei Tafeln verewigt. „Dafür, dass der Orgelbau 320 Jahre zurückliegt, sind es gar nicht mal so viele Namen“, befand Ahlrichs, der die Tafeln am Montag zusammen mit Pastorin Susanne Bruns und Rainer Vosteen präsentierte.

Vosteen, der zusammen mit seinem Vater Rudi Vosteen das Heimatmuseum in Schlutter betreibt, hatte zuvor mehrere Tage lang die alten Kirchenbücher durchforstet, um fehlende Namen herauszufinden. Einige Vorarbeit hatte bereits Monika Kurzaws­ki geleistet, deren ursprüngliche Idee es war, alle Organistennamen einmal im Gemeindebrief zu veröffentlichen. Von Birgit Timmermann, ehemalige Küsterin der Kirche, sei dann der Vorschlag gekommen, die Namen öffentlich anzuschlagen, berichtet Thorsten Ahlrichs von der Entstehungsgeschichte der Tafeln.

Bei der Umsetzung kamen alte Liedertafeln zum Einsatz, die noch auf dem Dachboden der Kirche lagerten. Maik Scherschanski, Mitglied des Gemeindekirchenrats, und Hausmeister Gerald Helmbold übernahmen es, die Liedertafeln zu Organistentafeln umzuarbeiten.

Dass die Auflistung erst mit dem Baujahr der Orgel beginnt, ist kein Zufall. „Es ist ein Rätsel, ob es hier vorher schon ein Instrument gab“, sagt Thorsten Ahlrichs. Rainer Vosteen hat bei seiner Recherche die Kirchenbücher zurück bis ins Jahr 1620 durchsucht. „Ich bin auf keinen weiteren Organistennamen gestoßen“, berichtet er.

Zwischen einem Jahr und mehreren Jahrzehnten dauerte die Tätigkeit der Organisten. Hauptamtliche Kirchenmusiker finden sich unter den Nummern eins bis 18 indes nicht. „Anfangs waren die Küster zugleich die Organisten, ab 1760 dann die Dorflehrer“, so Ahlrichs. Auch sein unmittelbarer Vorgänger Peter Elgeti, der die Schnitger-Orgel von 1963 bis 2014 spielte – und damit so lange wie kein anderer Musiker–, war im Hauptberuf Lehrer.

Organistinnen finden sich in der Auflistung übrigens gerade einmal drei: Lore Logemann, die Tochter des damaligen Pastors, war von 1935 bis 1950 die erste Frau an der Orgel, nachdem Lehrer unter dem Regime der Nationalsozialisten nicht mehr in der Kirche aktiv sein durften. Hauptamtlich besetzt wurde die Kantorenstelle erstmals im Februar 2015, als Thorsten Ahlrichs seinen Dienst antrat.

Am Montagabend wurden die Tafeln im Rahmen der Abendmusik in St. Cyprian und Cornelius der Öffentlichkeit präsentiert.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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