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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Dames Blonde“ begeistern Publikum

19.01.2019

Ganderkesee Wenn drei Blondinen an einem Tisch sitzen – wäre das früher sicher der Anfang eines schlechten Herrenwitzes gewesen. Im Falle des Trios „Dames Blonde“, bestehend aus Rita Apel (Vegesack), Annika Blanke (Leer) und Insa Kohler (Berlin), ist diese Beschreibung hingegen nicht nur treffend, sondern der Beginn eines ganz besonderen Abends im Kulturhaus Müller.

Die drei Poetry-Slammerinnen gastierten am Donnerstagabend in Ganderkesee und hatten von Anfang an einen perfekten Draht zum Publikum: Vorne wurde was „vorgeführt“ und irgendjemand von den Zuschauern kicherte oder lachte immer vor sich hin und dann lachte der ganze Saal lauthals los. Rund 60 Gäste, das bedeutet im Saal des Kulturhauses ausverkauft, besuchten den mit „Stadt – Land – Stuss“ übertitelten Abend, der zwischen Poetry Slam ohne Bewertung und kabarettistischen Einlagen hin und her wechselte.

Viel Witz

„Dames Blonde“ lässt sich gut mit den Schlagworten Selbstironie, Beobachtungsgabe, Witz und Wortgewandtheit beschreiben. Neben dem titelgebenden Spiel „Stadt – Land – Stuss“, welches die drei Frauen auf der Bühne spielten und das nicht nur durch Annika Blankes völliges „Missverstehen“ der Regeln für laute Lacher sorgte, gab es abwechselnd Texte der Poetinnen.

Wie beim Poetry Slam üblich, beschäftigen sich diese vor allem mit Alltagssituationen. Hier kommt die Beobachtungsgabe ins Spiel, wenn beispielsweise Annika Blanke über die Ideenfindung für Texte spricht. Eine Beobachtung aus der Warteschlange beim „Kaffeeröster“: „Wenn die Kaffee-Bestellung länger dauert als der Genuss des Getränks selbst, dann sind wir im 21. Jahrhundert angekommen.“ Aber auch Rita Apels Erfahrungen als Grundschullehrerin in Zeiten von Patchworkfamilien strapazierten das Zwerchfell.

In den Texten selbst und auch in den Anmoderationen blitzte auch immer wieder eine gesunde Portion Selbstironie hervor. Beispielsweise bei der Verlosung des „Dames Blonde“-Starterkits. Da sei alles drin, was man so brauche, erklärte Rita Apel: Ein großes Helles (Blick zur hochgewachsenen Insa Kohler), ein Kurzer (Blick zur nicht ganz so hochgewachsenen Annika Blanke) und Asbach-Uralt in Pralinenform. Hier hätte die 1953 geborene Rita Apel zu sich gucken müssen, stattdessen blickte sie wissend ins Publikum.

Gysi wurde schlecht

Textlich arbeiteten sich die Slammerinnen derweil nicht nur an Kaffeeröstern und Grundschulunterricht ab. So berichtete Insa Kohler beispielsweise von ihrem Job in einem Lakritz-Fachgeschäft. Durch diesen Text habe sie etwas über Gregor Gysi gelernt. Bei einer Lesung in Berlin, wo die geborene Oldenburgerin mittlerweile lebt, sei auch der Politiker gewesen. „Bei Ihrem Text über Lakritz ist mir ein wenig schlecht geworden“, sagte Gysi nach der Lesung zu ihr. Seitdem wisse sie, dass er kein Lakritz möge.

Weniger zum Lachen, aber nicht weniger gut war unter anderem „Ich möchte eine Frau sein“ von Annika Blanke. Im Text beschäftigte sie sich mit alltäglichem Sexismus und Rollenklischees.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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