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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Hymnen und Cat-Stevens-Song

23.01.2018

Ganderkesee Morgens um neun, mittags um zehn nach zwölf und dann noch einmal um 18.10 Uhr: Dreimal am Tag spielt das Glockenspiel am Rathaus in Ganderkesee eine bekannte Melodie. Dass die 16 Glocken aus Bronze mittags und abends nicht zur vollen Stunde erklingen, hat gute Gründe: „Das würde sich mit den Kirchenglocken beißen“, sagt Detlev Fortmann, Hausmeister im Rathaus.

Der 49-Jährige ist für die Programmierung des Glockenspiels zuständig. Passend zur Jahreszeit sind immer andere Melodien zu hören, zum Beispiel Weihnachtslieder in der Adventszeit. Über einen Schaltkasten, der in der Teeküche der Mitarbeiter-Cafeteria hängt, kann Fortmann das Glockenspiel steuern. Insgesamt 41 Musikstücke können gespielt werden. Dazu gehören bekannte Volkslieder wie das Stück „Der Mond ist aufgegangen“, das zurzeit am Abend zu hören ist. Aber auch eine Melodie aus Mozarts „Zauberflöte“ und Cat Stevens’ bekannter Song „Morning has broken“ spielen die Glocken am Rathaus.

Ab und zu kommt etwas Neues hinzu: Aktuell ist das die polnische Nationalhymne, die erklingen soll, wenn die Städtepartnerschaft von Ganderkesee und Pułtusk besiegelt wird. Den 16 Glocken eine neue Melodie zu entlocken, ist möglich, aber mit etwas Aufwand verbunden. „Ein Pianist hat die polnische Nationalhymne gespielt“, erläutert Detlev Fortmann. Bei der Firma Korfhage in Melle, die das Glockenspiel installiert hat, sei die Melodie aufgezeichnet und digitalisiert worden. Per Speicherstick kam die Hymne anschließend nach Ganderkesee. „Wir können sie dann einprogrammieren.“ Auch die Hymne des Oldenburger Landes „Heil dir, o Oldenburg“ ist im Repertoire.

Die Musik kommt bei Gästen immer gut an – etwa bei Besuchern aus der französischen Partnerstadt Château-du-Loir, die mit der französischen Nationalhymne begrüßt werden. Das Glockenspiel werde dafür auf Handbetrieb umprogrammiert, erläutert Fortmann. Sobald die Gäste aus dem Bus steigen, wird der Hausmeister per Handy informiert. Dann lässt er die Marseillaise erklingen: „Die Franzosen singen mit“, erzählt Fortmann.

Musikwünsche – etwa zum Fasching – gab es bisher nicht. „Doch über den Ganderkeseer Faschingsschlager könnte man nachdenken“, meint Hans-Heinrich Hubmann. Als Ratsvorsitzender hatte er sich vor Jahren für die Installation des Glockenspiels eingesetzt. Schon beim Bau des Rathauses sei es vorgesehen gewesen, erläutert der 73-Jährige. Hubmann sammelte 18 500 Euro an Spenden, so dass das Glockenspiel im Jahr des 1150. Geburtstags von Ganderkesee in Betrieb gehen konnte: „Ich bin zu Firmen und Privatpersonen gegangen und habe gesammelt“, erinnert er sich. Noch heute sei er den Spendern dankbar.

Ende 2010 begann das Glockenspiel mit seiner Musik. Die Reaktionen seien überwiegend positiv gewesen, sagt Hubmann. Lediglich das Klingeln einer großen Glocke, die beim Bau des Rathauses aufgehängt wurde und häufig schlug, wurde wieder eingestellt.

Zwischen dem Glockenspiel und der Kirche besteht nicht nur bei der zeitlichen Abfolge des Läutens eine Wechselbeziehung: Kreiskantor Thorsten Ahlrichs binde die Lieder in seine 30-Minuten-Konzerte ein, sagt Gemeinde-Sprecher Hauke Gruhn. „Das Glockenspiel klingelt, kurze Zeit später nimmt er die Melodie im Konzert auf.“

Antje Rickmeier
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2740

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