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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Geduld am Grill stärkt Genuss und Gemüt

07.05.2016

Stenum Die Sklaverei hat der Menschheit nichts Gutes beschert – abgesehen vom Barbecue: Es waren Sklaven in den Südstaaten der USA, die diese Art der Fleischzubereitung kultiviert und verbreitet haben. „Sie bekamen oft nur minderwertiges Rindfleisch, zäh und sehnig“, erzählt Stefan Berg, „das haben sie in selbstgebauten Smokern so lange gegart, bis es mürbe und zart war.“

„Einfach Spaß haben“

Die Sklaverei ist seit 150 Jahren abgeschafft. Stefan Berg indes baut seine Smoker immer noch selber – und bringt sie mit zu den Treffen der „BBQ-Piraten“. So wie die meisten, die an diesem langen Wochenende im Naturfreundehaus in Stenum zusammensitzen: zum Grillen und Garen, Essen und Quatschen, „einfach zum Spaßhaben“, wie Stefan Berg sagt. Der Sauerländer ist der 2. Vorsitzende der „BBQ-Piraten“, die sich „Freigriller“ nennen. Neben ihm sitzen Holger Gies, der 1. Vorsitzende, und Udo Müller aus Ganderkesee, der Internet-Administrator des Vereins und Organisator des „Ganter-OT“ in Stenum.

„OT“ steht für Offline-Treffen. Denn überwiegend begegnen sich die „Freigriller“ online: in ihrem Internet-Forum, wo sie Tipps und Rezepte austauschen, miteinander chatten und bloggen. Da ist auch mal ein bisschen spöttisch die Rede vom „deutschen Flachgriller“, der vorm offenen Rost steht und bei maximaler Luftzufuhr permanent gestresst ist, um bloß nichts anbrennen zu lassen.

Die „BBQ-Piraten“ gehen die Sache anders an: mit ganz viel Zeit vor allem. „Barbecue ist die Entdeckung der Langsamkeit“, verdeutlicht Stefan Berg, „einfach nur Grillen – das ist ein Steak und eine Wurst, zack und fertig. Was wir machen, ist Outdoor-Coo­king.“ Und zwar das ganze Jahr über: „Es gibt keine Grillsaison“, betont Piraten-Chef Holger Gies. Barbecue sei keine Frage von Jahreszeiten, sondern nur der richtigen Kleidung.

„Outdoor-Cooking“ heißt aber auch: Es geht nicht nur um das Braten von Fleisch, Fisch oder Geflügel, sondern auch um Marinaden und Beilagen, Salate und Gemüse. Brot backen oder Kuchen, Eier kochen und Rührei mit Speck brutzeln: Alles ist möglich und wird auch gemacht mit dem Kugelgrill – der durchaus ein Markenprodukt aus bekanntem Hause sein darf (nicht jeder hat das Talent zum Eigenbau). Und bei Gas statt Holzkohle zum Anheizen rümpft kein „BBQ-Pirat“ die Nase.

Denn die „Freigriller“ sind keine Ideologen – wohl aber Missionare: Sie wollen andere überzeugen von den Vorzügen des geduldigen Garens bei niedriger Temperatur. Sie haben nichts gegen den hektisch-hitzigen „deutschen Flachgriller“, bekehren jedoch möchten sie ihn schon. Nicht nur des besseren Geschmacks wegen – sondern auch fürs Gemüt: „Ich habe durch diese Art des Grillens meine innere Ruhe wiedergefunden“, gibt Udo Müller zu. Für ihn, der früher leichter mal aufbrausen konnte, sei Barbecue wie eine gute Therapie.

Permanentes Probieren

Und eine schmackhafte vor allem. Davon überzeugen sich die gut 50 Teilnehmer des Stenumer Treffens – darunter viele Familien mit Kindern – permanent und den ganzen Tag über: Reihum wird schnabuliert und probiert, was die anderen so zu bieten haben, während das eigene Grillgut weiter vor sich hin schmurgelt. Es hat ja viel Zeit.


Informationen, Tipps und Rezepte unter   www.bbq-piraten.de 
Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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