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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gilde auch ohne General nicht führungslos

18.02.2013

Wildeshausen „Macht 600 Jahre Tradition nicht kaputt. Rauft euch zusammen“, forderte Gildemitglied Holger Rinne unter dem Punkt „Verschiedenes“. Vorausgegangen war eine Generalversammlung in der Widukind-Halle, die durch eine bewegende Stellungnahme von Oberst Ernst Frost geprägt war. Am Gildeoberst sind die vergangenen „doch sehr turbulenten Wochen“, wie er es nannte, nicht spurlos vorbeigegangen.

Zum Teil sehr persönlich

Die Einladung des Linken-Bundestagsfraktionschefs Gregor Gysi zum Schaffermahl habe zu „extremsten Kommentaren“ geführt, so der Oberst. In beide Richtungen. Von totaler Zustimmung bis totaler Ablehnung. Leider seien diese Kommentare nicht immer nur sachlich geäußert worden, „sondern zum Teil sehr persönlich und beleidigend“ und extrem polarisierend.

„Es ist das passiert, was wir hätten verhindern müssen: Dass durch eine falsche Entscheidung eine Lagerbildung entstanden ist, zum Nachteil und zum Schaden unserer Schützengilde“,stellte Frost fest. Gysi war bekanntlich wieder ausgeladen worden. Das sorgte bundesweit für Aufsehen. Erst am Freitag hatte der NDR einen satirischen Fernsehbeitrag gezeigt, bei dem die Gilde nicht gut wegkam.

Frost betonte das Neutralitätsgebot, „um allen Mitgliedern unserer großen Gilde mit den unterschiedlichsten Präferenzen gerecht werden zu können“. „Die Einladung von Herrn Gysi ohne konkrete Abstimmung mit mir und dem Stab war ein Fehler“, so Frost.

Derjenige, der das eigentlich hätte hören sollen, war allerdings nicht da: Gildegeneral und Bürgermeister Kian Shahidi hatte sich vor der Generalversammlung krank gemeldet.

Laut Oberst Frost hat das Offizierkorps seine Lehren gezogen. Einmütig sei von der letzten Offiziersversammlung der Beschluss gefasst worden. die Auswahl des Festredners bedürfe der abschließenden Zustimmung des Stabes der Schützengilde. Die Einladung des Ehrengastes erfolge gemeinsam vom General und vom Oberst der Gilde.

Wohlergehen der Stadt

Ernst Frost wünschte sich, „dass wir uns nunmehr auf das konzentrieren können, was laut Statuten der Wildeshauser Schützengilde die Aufgaben der Gilde sind. Nämlich: unabhängig von parteipolitischen und konfessionellen Bestrebungen die Verbundenheit aller Einwohner der Stadt Wildeshausen zu festigen, die Liebe zur Heimat zu wecken und sich für das Wohlergehen der Stadt einzusetzen. Und vor allen Dingen: Alljährlich an den beiden Pfingsttagen das Gildefest zu feiern!“ Er forderte dazu auf, die Generalversammlung nicht zum Spielball parteipolitischer Diskussionen werden zu lassen. Das wurde sie auch nicht. Es gab stehenden Applaus von den mehr als 350 anwesenden Mitgliedern.

Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721

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