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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gilde-Nachwuchs kommt im Doppelpack

08.06.2017

Wildeshausen Bei der traditionellen Parade am Mittwoch auf der Herrlichkeit in Wildeshausen hatten die Besucher nicht nur Augen für König und Schaffer – sondern vor allem für ihre Frauen, Königin Stefanie Tonn (37) und Schafferin Julia Müller (32). Schützend legten sie immer wieder die Hände auf ihre Bäuche. Beide Frauen haben Mitte Juli ihre Geburtstermine – und das nur zwei Tage auseinander. „Für den Gilde-Nchwuchs ist also gesorgt“, sagte Stefanie Tonn lächelnd. Im gleichen Kreißsaal werde der aber nicht zur Welt kommen. „Wir sind in unterschiedlichen Krankenhäusern“, verriet Schafferin Julia Müller.

Frauen sind entspannt

Viele Wildeshauser fragen sich: Wie schaffen sie das, angesichts der vielen Verpflichtungen bei der Gilde? Beide sind sehr entspannt und voller Zuversicht. „Wir lassen das auf uns zukommen“, sind sie sich einig. Aufregend werden die kommenden Monate sicher, aber die Familien helfen und unterstützen, wo sie nur können. „Wir werden sehr behütet“, erzählte Stefanie Tonn, Ehefrau des neuen Königs Andreas Tonn.

Doch mit den Schwangerschaften hören die Gemeinsamkeiten zwischen Königs- und Schafferpaar längst auf. Schließlich tragen beide Männer den gleichen Vornamen: Andreas. Das wussten auch die Zuschauer bei der Vorstellung von Schaffer- und Königspaar in der Nacht zu Mittwoch vor dem Podest auf dem Marktplatz: „Andy und Andy“, skandierte die Menge.

Schaffer Andreas Müller war am Dienstag noch mit seinen Kameraden vom Pfingstclub „Männer im Bierrausch“ in den Krandel ausmarschiert. Seine Tochter Hanna (2) trug er dabei auf den Schultern. Kurz nach Mitternacht wurden er und Ehefrau Julia vor Hunderten von Schaulustigen auf dem Podest vorm Rathaus von Oberst Willi Meyer und General Jens Kuraschinski als neues Schafferpaar vorgestellt.

Geheime Wahl

Nach alter Tradition wurde das Schafferpaar verpflichtet. Müller musste seine Trinkfestigkeit unter Beweis stellen und aus dem großen Humpen den Schaffertrunk zu sich nehmen – begleitet von tosendem Beifall und dem Wildeshauser Lied. Was genau in dem Krug ist, gilt als gut gehütetes Geheimnis. Nur so viel: Julia Müller trank ebenfalls einen kräftigen Schluck daraus. Und Alkohol rührt die Schwangere nicht an.

Der General lobte nach dem kräftigen Schlucken: „Ich hatte es nicht anders erwartet.“ Mit einem Strahlen im Gesicht legte Andreas Müller den Eid als Schaffer ab und gelobte, die Statuten der Gilde zu achten.

Müller (39), ein gebürtiger Wildeshauser, wurde um 22 Uhr am Dienstag von den Wahlmännern in geheimer Wahl gewählt. Im Anschluss sputeten sich alle Beteiligten, darunter Wachetrommler, Richter und Offiziere, um das Schafferpaar abzuholen. Seit 2012 lebt es in der Wiekau. „Das ist wie Urlaub hier“, sagt Julia Müller, die aus Hamburg-Wandsbek stammt. Dem Besuch zu später Stunde wurde gern die Tür geöffnet. Als Hauptmann Detlev Hohn das Paar fragte, ob es die Wahl annehmen wollte, schien der neue Schaffer kurz zu zögern. Nach dem Ja-Wort atmeten einige Teilnehmer auf: „Da haben wir ja noch mal Glück gehabt.“ Die Zustimmung der Schafferin fiel umso deutlicher aus. Vorgeschlagen wurde Müller übrigens von den Fähnrichen Martin Posenauer und Gerald Kreienborg.

Während Julia Müller das Gildefest kaum kennt, ist ihr Gatte dort seit zwei Jahrzehnten fest verwurzelt. „Ein Freund hat mich damals mitgenommen. Da habe ich Blut geleckt“, erzählt er. Dabei hatten seine Eltern Christel und Peter Müller mit dem Gildefest wenig am Hut.

Müller hat eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert, um anschließend sieben Jahre lang im elterlichen Betrieb zu arbeiten. Seit acht Jahren ist er mit der „Wollscheune“ an der Wilhelmshöhe selbstständig. Julia Müller ist Kauffrau für Bürokommunikation und arbeitet seit 2015 mit im Betrieb ihres Mannes. Verheiratet sind sie seit dem 29. Juli vergangenen Jahres.

Vom neuen König ist Müller, der das Königsschießen im Krandel noch verfolgt hatte, übrigens schwer begeistert. „Sein Bruder Lars ist Mitglied meines Pfingstclubs.“

Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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