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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

KONZERT: Grandioses „Gefiedel“ im Gotteshaus

03.03.2008

GANDERKESEE Wer hat schon mal Edward Elgars Serenade e-moll op. 20 so elegisch, einfühlsam und so unglaublich ruhig gehört wie am Freitagabend von der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg? Das Allegro piacevole erklang in der St. Cyprian- und Corneliuskirche traurig, ging über in ein sehr langsames Larghetto, gleichsam Grave und schloss mit einem ausgewogenen Allegretto. Eine berührende Interpretation angelsächsischer Komposition mit russischer Mentalität.

Ebenso erklangen die Kompositionen von Leroy Anderson, Jerry Bock und Leonhard Bernstein, arrangiert von Sergej Drabkin für Streichorchester, wie eine Verbrüderung zwischen Russen und Amerikanern, wobei der Sologeiger Michel Gershwin im Wechsel von musikantischer Ausgelassenheit und spannungsgeladenen Ritardandi bis zu furiosen Schlusstönen hellauf begeisterte. „Maria“ aus der West Side Story hätte mit seinem zarten Solo und der herrlichen Pianissimo-Begleitung des Orchesters gewiss auch den Komponisten Bernstein entzückt.

Nahtloser Übergang zu Astor Piazollas Tangos! Auch hier die verblüffende Mischung russischer Empfindungen mit lateinamerikanischem Temperament!

Nach der Pause dann „Gershwin plays Gershwin“. Bemerkung am Rande: Müsste demnach Michel Gershwin als „Soloplayer“ bezeichnet werden? Wo bleibt unsere deutsche Sprache?

Zurück zu den Gershwin-Bearbeitungen von Tilman Koester: „Lullaby“ wirkte in seiner dezenten Wiedergabe keineswegs einschläfernd, weil die Konzertmeisterin und der Dirigent das Orchester künstlerisch und mit sparsamen Gesten voll im Griff hatten.

Die Fantasie für Violine und Streichorchester aus der Oper „Porgy and Bess“ entpuppte sich dagegen als perpetuum mobile, als Schluss-Stück nicht ganz überzeugend. Umso befreiender deshalb die Frage des vorzüglichen Dirigenten Juri Gilbo: Habt Ihr eigentlich noch Zeit für eine Zugabe? Oder zwei?

Der entfesselt hingelegte Czardas von Monti lag sowohl dem Solisten als auch dem Orchester hör- und sichtbar mehr als Gershwin, ja, er geriet zu einem reizenden Kabinettstück mit Gesangseinlage der Orchestermitglieder.

Stürmischer Beifall forderte die bereits angekündigte zweite Zugabe heraus: „Fiddle-faddle“ von Leroy Anderson. Natürlich wurden die Künstler nicht nur wegen dieses „Gefiedels“ im gut besuchten Gotteshaus mit Blumen geehrt. Dank auch an die Organisatoren von regioVHS und der LzO! Sie verstehen es, Ganderkesee musikalisch über die Region hinweg bekannt zu machen.

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