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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Evangelische Gemeinden: Die Kirche in Zeiten der Krise

20.03.2020

Großenkneten /Ahlhorn /Huntlosen Ab sofort keine Gottesdienste mehr, geschlossene Gemeindehäuser und Kirchenbüros, die nur telefonisch oder per Mail zu erreichen sind: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Kirchengemeinden in Großenkneten, Ahlhorn und Huntlosen aus. Wie gehen sie damit um?

Großenkneten

Er hätte vor einer Woche nicht im Traum daran gedacht, dass keine Gottesdienste mehr vorgesehen sein könnten, sagt Dietrich Jaedicke, Pfarrer der Kirchengemeinde Großenkneten. Aber nun ist es so gekommen: Gottesdienste, Kreise und weitere Veranstaltungen wird es ab sofort und bis auf Weiteres in seiner Kirchengemeinde nicht mehr geben, auch keine Haus- und Geburtstagsbesuche. Jaedicke folgt damit, wie seine Kollegin Christine Vieth (Ahlhorn) und sein Kollege Michael Ohms (Huntlosen), der Empfehlung der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg.

Das Kirchenbüro in Großenkneten ist per Telefon (Telefon  0 44 35/56 33) und Mail (kirchenbuero.grossenkneten@kirche-oldenburg.de) zu erreichen, ebenfalls der Pastor selbst (Telefon  0 44 35/38 68 40 2 oder dietrich.jaedicke@kirche-oldenburg.de). „Wer das Bedürfnis hat zu reden, kann anrufen, wer schreiben mag, schreibt eine Mail oder einen Brief“, sagt Jaedicke. „Diese Angebote sind da und darüber sind wir immer erreichbar.“

Ebenfalls bleibe die Kirche als Ort der Stille und des Gebets geöffnet. „Gerade jetzt möchten viele Menschen die Kirche aufsuchen und wir sind dankbar, dass wir das noch nutzen können“, sagt Jaedicke. Wer die Kirche aufsucht, sollte selbstverständlich allgemeine Hygienemaßnahmen wie sorgfältiges Händewaschen einhalten.

Trauungen und Taufen mussten indes abgesagt werden, „erst einmal bis Ende Mai“, so Jaedicke. Er sei mit den Absagen auf Verständnis gestoßen. Auch bis auf unbestimmte Zeit verschoben wurden Konfirmationen. Eine besondere Herausforderung sind Beisetzungen. Diese sollen – darauf habe sich der Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land geeinigt – nur noch im Freien und im kleinen Kreis von 15 Personen stattfinden – inklusive Pfarrer, Bestatter und Sargträger. Jaedicke: „Das wird eine neue, schwierige Situation sein, aber wir haben keine andere Möglichkeit.“, sagt Jaedicke. Aber: „Reden kann man ja, und da versuchen wir zu unterstützen.“

Er verweist auf bestehende Online-Angebote als Alternative zu den Gottesdiensten, die es nun erst mal nicht mehr gibt. Als Laie für solche Formate überlässt er dies aber lieber den Profis: „Es gibt da schon viele Angebote, und das finde ich sehr gut.“

Ahlhorn

Christine Vieth hingegen könnte sich vorstellen, ein Online-Angebot für ihre Kirchengemeinde in Ahlhorn für diese Krisenzeit zu erstellen. „Es wäre sicherlich für einige schön, die eigene Pastorin zu sehen.“ Aber: Sie kam noch nicht dazu. Sie hat ihre Gemeinde bislang per Mail – mit der Bitte um Weiterleitung – darüber informiert, dass sie per Mail (christine.vieth@kirche-oldenburg.de) und Telefon (Telefon  0 44 35/20 29) erreichbar sei. Auch möchte sie aktiv auf einzelne Mitglieder zugehen. Und: „Ich hoffe auch, dass sie sich gegenseitig unterstützen.“ Um die Gemeinschaft in diesen Zeiten, in denen alle dazu aufgerufen sind, soziale Kontakte möglichst zu meiden, dennoch zu stärken, verwies sie etwa auf das Balkonsingen, zu dem die evangelische Kirche Deutschland aufrief: Jeden Abend um 19 Uhr könne ab sofort gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen werden.

Auch Vieth musste Trauungen, Taufen und Konfirmationen vorerst absagen, auch in Ahlhorn finden Beerdigungen ab sofort nur noch im kleinsten Kreis und unter freiem Himmel statt. Aber die Pastorin ist zuversichtlich, dass würdevolle Beisetzungen dennoch möglich sind. „Man kann trotzdem zeigen, dass man da ist und Trost spendet.“ Das gehe auch ohne Händedruck und stattdessen mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Kirche in Ahlhorn bleibt – wie üblich – geschlossen. Das Kirchenbüro ist telefonisch (Telefon  0 44 35/20 34) und per Mail (kirchengemeinde.ahlhorn@kirche-oldenburg.de) erreichbar.

Huntlosen

Die Kirche in Huntlosen bleibe zum persönlichen Gebet geöffnet, sagt Pastor Michael Ohms – außer, eine Schließung werde angeordnet. Er verweist aber darauf, auch hier auf die momentan üblichen Hygieneregeln zu achten – also etwa Zuhause gründlich zu Hände zu waschen und bei eventuellen Treffen in der Kirche Abstand zu halten. Er und die Sekretärin sind weiter im Dienst, „um Dinge aufzuarbeiten oder schon einmal vorzuarbeiten“. Denn wenn irgendwann das normale Leben wieder los gehe, müsse einiges nachgeholt werden. Nun schafften sie schon einmal Kapazitäten für diese Zeit. Wie für viele andere, ist die Situation auch für die Kirchengemeinde Huntlosen sehr neu. „Wir müssen gucken, wie wir damit umgehen.“ Wie in anderen Gemeinden liegen etwa Geburtstagsbesuche oder die Konfirmationsvorbereitungen auf Eis. Zum Geburtstag gibt es nun stattdessen freundliche, handgeschriebene Zeilen.

Insbesondere bei Beisetzungen geht Ohms davon aus, dass die aktuelle Situation eine große Herausforderung wird. „Wir können keinen Trauergottesdienst wie gewohnt anbieten.“ In der Gemeinde sei es üblich, dass nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern auch aus den Freundeskreisen der Angehörigen Menschen teilnehmen, um ihre Anteilnahme auszudrücken. „Allein dieser Anblick“ tröstet“, weiß Ohms – doch in der kommenden Zeit wird dieser Anblick fehlen. Genauso wie die Musik und die ausführliche Beleuchtung des Lebens der Verstorbenen im Gottesdienst. Doch nun „müssen weniger Worte genauso tragen“. Der Pastor und das Kirchenbüro sind weiter per Telefon Telefon  0 44 87/23 7 oder Mail (pastor-ohms.huntlosen@ewetel.net, ev-kirche.huntlosen@ewetel.net) zu erreichen.

Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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