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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Spülwasser statt Hühnersuppe

08.12.2018

Großenkneten Wenn es hektisch wird, kann schon mal ein Fehler passieren. Und wenn der mit Spülwasser gefüllte Topf neben dem mit der Hühnersuppe steht, kann bei einer öffentlichen Veranstaltung schon mal die falsche Flüssigkeit zubereitet, gewürzt – und serviert werden. Und da gegessen wird, was auf den Tisch kommt, haben alle brav die Suppe ausgelöffelt.

So geschehen ist es 1886 in Butjadingen. Ausgegraben hat diese Zeitungsmeldung der Großenkneter Gemeindearchivar und Autor Dirk Faß aus Sage-Haast.

Für sein neuestes Buch hat der 63-Jährige viele alte Zeitungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert durchgearbeitet, immer auf der Suche nach lustigen oder kuriosen Artikeln. Mehr als 150 Meldungen aus dem 19. Jahrhundert hat er herausgesucht, abgetippt und in einem Band gesammelt. Das 90-seitige broschierte Werk ist im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen (Preis: 9,90 Euro). Ein weiterer Band mit Artikeln aus der folgenden Zeit bis 1950 soll im kommenden Jahr erscheinen.

Lieblingsgeschichten

Zeitungen seien eine gute Quelle, „um herauszufinden, wie die Menschen gelebt haben“, sagt Faß. Dabei findet er auch immer wieder eigene Lieblingsmeldungen, die er besonders gerne teilt. Eine seiner liebsten Geschichten: In der Gemeinde Harpstedt führte eine ins Nachbardorf geflohene Sau zu einer Ehe. Das Tier war dort bei einem Bauern untergekommen. Als der Besitzer sie abholte und beim Gespräch herausfand, dass der erwachsene Sohn noch ledig war, brachte er seine ebenfalls unverheiratete Tochter ins Gespräch. Die beiden Väter wurden sich schnell einig – und wenige Monate später läuteten bei den Kindern die Hochzeitsglocken.

Auch Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke ist begeistert von den Artikeln – und vom Autor. „Wir sind stolz darauf, so einen regen Schreiber zu haben.“

„Das Buch ist nicht unbedingt nur zum Lesen, sondern auch zum Vorlesen gedacht“, erklärt der 63-Jährige. Etwa bei Treffen von Seniorenkreisen oder nach dem Festessen an Weihnachten, wenn alle noch gemütlich beisammensitzen.

„Die Geschichten haben dafür eine ideale Länge“, pflichtet ihm Florian Isensee vom Isensee-Verlag bei. Er freue sich über die Veröffentlichungen des Autors. „Jedes Thema ist immer wieder eine Überraschung“, sagt Isensee. „Ich bin jedes Mal begeistert, was er zutage fördert.“

Dass auch der Autor von seiner Arbeit begeistert ist, merkt man ihm an. „Es macht viel Spaß. Und wenn ich ein Thema gefunden habe, an dem ich mich festgebissen habe, bleibe ich auch dran, bis es passt.“ Auf diese Art und Weise seien nun schon viele Sachbücher, Chroniken und Romane entstanden. Wie viele Bücher Faß herausgebracht hat, weiß er nicht mehr. An die 30, schätzt der Autor. Sein erstes Werk wurde 1992 veröffentlicht.

Ein Jahr bis zum Buch

In seine Bücher steckt er eine Menge Arbeit. Von der Idee bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Buch fertig ist, vergehe ungefähr ein Jahr. In der Zeit sucht er passende Texte, tippt sie ab und ordnet sie „bis alles passt“. Wichtig sei, immer dranzubleiben.

Manuela Wolbers Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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