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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Lokführer: Freundschaft unter Volldampf

07.10.2017

Großenkneten Wenn Freundschaften 20 Jahre lang halten, ist das schon ziemlich gut. Wenn diese Freundschaften aber auch noch über 1477 Kilometer Distanz erhalten bleiben, dann ist das eine richtig große Leistung.

20 Jahre: Das ist die Zeitspanne, in der sich jährlich Vertreter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der ungarischen Lokführergewerkschaft (MOSZ) aus Szolnok treffen.

In diesem Jahr ging es nach Großenkneten, weil der Huntloser Harald Voßel die Reise organisiert hatte.

Am Donnerstag wurden die elf Mitglieder im Großenkneter Rathaus vom stellvertretenden Bürgermeister Samuel Stoll bei Kaffee und Kuchen begrüßt. Es gab viele Anekdoten zu erzählen und es wurde auch über den Beruf gefachsimpelt. Harald Voßel erzählte von den Anfängen der Kooperation, während Dolmetscher Atilla Gazsó übersetzte.

1997 gab es eine Generalversammlung der GDL in Magdeburg. „Mir erzählte ein Arbeitskollege, dass die ungarischen Kollegen Lust auf eine Partnerschaft hätten. Er nannte mir den Namen des Dolmetschers. Per Zufall traf ich diesen Herrn abends beim Schwimmen. So kam alles in Gang“, berichtete Rudolf Genz, Vorsitzender der Ortsgruppe Oldenburg der GDL. Im dann folgenden Sommer kam bereits die erste Einladung nach Ungarn. Der Gegenbesuch folgte im Spätherbst. „Bei einem zünftigen Kohlessen haben wir die Einzelheiten ausklamüsert“, plauderte Voßel aus dem Nähkästchen. Untergebracht sind die jeweiligen Gäste übrigens meistens privat.

Seien die Deutschen in Ungarn, so würde ihnen ebenso die Esskultur nahegebracht. „Einmal gab es Fischsuppe. Da ist der ganze Fisch drin – mit Kopf. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber lecker“, fügte er hinzu. In Deutschland werde den Ungarn Grünkohl oder Räucheraal vorgesetzt. Zum Karneval nach Köln ging es auch schon einmal.

Voßel berichtete von einem Ritual: „An einem Tag gehen wir in Szolnok immer in ein Thermalbad. Danach fühlt man sich wie neu geboren. Es gibt dazu ein Sprichwort. ,Die Ungarn haben versucht nach Öl zu bohren. Was sie fanden, war heißes Wasser’“. Die ungarischen Kollegen grinsten nach der Übersetzung.

Gaszó ergänzte: „Es gibt noch weitere Partnerschaften. Aber unsere ist die Beste, weil wir auch wirklich befreundet sind.“ Es habe schon einige Privatbesuche mitsamt der Ehefrauen gegeben. Und wie läuft das dann mit der Verständigung? „Die ersten zwei Jahre unserer Kooperation hatten wir wöchentlich zwei Stunden Ungarisch-Unterricht. Ein bisschen haben wir da schon gelernt“, erklärte Genz. Danach wurde die Dienststelle Oldenburg geschlossen, die Kollegen an verschiedene Standorten versetzt. Aber Voßel weiß: „Das mit der Verständigung klappt immer. Wir sind dann sozusagen trilingual unterwegs – ein bisschen ungarisch, ein bisschen deutsch und ansonsten englisch. Das läuft.“

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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