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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Großes Wiedersehen jedes Jahr zu Pfingsten

11.06.2014

Wildeshausen „Man muss auch mal Pause machen – sonst ist man um drei Uhr schon sternhagelvoll.“ Manfred Eilers nimmt einen Schluck Bier – „Wasser mit Hopfen und Malz“ – und genießt die schattige Ruhe im Zelt, wo sich die Ratskompanie vor dem großen Festumzug zum Krandel stärkt.

„Bei uns geht es etwas gemächlicher zu, früher waren wir wilder“, sagt der 62-Jährige. Seit 1981 ist er Gildemitglied, zur Kompanie der „Männer in den besten Jahren“ ist er später gewechselt. Nicht nur wegen der Schnittchen und Zigarren, die den Herren am Abend beim zweiten Quartier kredenzt werden: „Man kennt sich – aus der Schule, vom Konfirmandenunterricht. Hier trifft man alle wieder“, sagt Peter Meller, der seit seinem Wegzug im Wehrdienstalter jährlich zum Gildefest in die alte Heimat Wildeshausen zurückkehrt. Mitglied ist der Wahl-Bremer nach wie vor: Ehrensache für den 73-Jährigen.

Eine Heimatgeschichte ganz anderer Art kann Alain Priser ein paar Meter weiter neben dem Kompaniezelt, wo die Musiker pausieren, erzählen: Zum Deutschlernen ist der Franzose 1991 nach Wildeshausen gekommen, hat sich verliebt, ist schließlich geblieben und vor drei Jahren dem Tambourkorps beigetreten. Ob sein Herz zuerst für die Gilde oder seine Angetraute schlug? Kennengelernt haben wir uns auf dem Gildefest – sie ist Tochter des damaligen Königs“, sagt der Musiker. Dass der gemeinsame Sohn Lonning in diesem Jahr zum ersten Mal mit trommelt, macht den Vater des Achtjährigen besonders stolz – und hilft über die Mittagshitze, kurzfristige Erschöpfung und mögliches Heimweh hinweg. „Ich bleibe“, sagt der Franzose, „bis mein Deutsch perfekt ist.“ Alles andere ist Zukunftsmusik.

Lea Bernsmann
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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