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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Handschlag bereitet Kopfzerbrechen

12.02.2016

Wildeshausen Bei der Begrüßung geht es schon los mit dem richtigen Benehmen. Der Mitarbeiter der NWZ  geht auf Knigge-Trainerin Julia Presting zu, streckt noch im Gang die Hand aus und bleibt lächelnd stehen, sobald sich beide Hände drücken. Verpatzt. „Damit zeigen Sie mir gleich, dass Sie mich eigentlich gar nicht kennenlernen wollen“, bemerkt Presting.

Nun wird korrigiert: Einen Schritt weiter nach vorne, der Oberarm wird parallel zum Körper angelegt, der Unterarm zeigt im rechten Winkel in Richtung des Gegenübers. Die Hand wird fest, aber nicht zu fest, gedrückt und exakt einmal mit nicht zu viel Schwung geschüttelt. Die Dozentin nickt – so geht das.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WLO) veranstaltete am Mittwoch ein Seminar mit dem Titel „Knigge für Nachwuchskräfte“ im Wildeshauser Kreishaus. Zu der kostenlosen Veranstaltung waren Teilnehmer aus allen Bereichen der Wirtschaft, vom Handel über Dienstleistungen bis hin zur Landwirtschaft gekommen. Viele der Benimmregeln wurden auch gleich ausprobiert. „Ruhig den Popo heben beim Begrüßen“, empfiehlt die Fachfrau aus Stade und geht von Sitz zu Sitz. Man müsse nicht aufstehen, aber bloß nicht sitzen bleiben.

Begrüßung ist knifflig

Besonders die Begrüßung beschäftigte die Teilnehmer. Jedem Einzelnen die Hand schütteln, das sei nur in Gruppen von bis zu fünf oder sechs Leuten angebracht. Als Gast sei zu beachten: „Der Gastgeber wird zuerst begrüßt aber als letztes verabschiedet.“ Aber was tun, wenn es mehr Leute sind? Manchen Teilnehmern fiel nun regelrecht die Kinnlade herunter. „Ich sag mal Hallo“, ruft Petra Mittelstädt und klopft aufs Rednerpult. Das sei „stammtischmäßig“ und sollte in geschäftlichen Runden vermieden werden. Vermutlich ein Großteil ertappte sich dabei, die Geste im Repertoire zu haben.

„Ich kann nicht glauben, dass das nicht geht“, wunderte sich ein Teilnehmer. „Aber mit dem Klopfen spricht man doch alle an“, versuchte eine andere das eigene Verhalten zu retten. Die Dozentin hob die Arme: „Ich schlage hier nur vor. Sie brauchen ein Empfinden dafür, ob das geht. Es kommt keine Knigge-Polizei“. Der Tisch eines Bauwagens ist anders als der im Büro, richtiges Benehmen habe viel mit Einschätzung zu tun. Richtig sei in so einer Situation, freundlich in die Runde zu winken sich so zu begrüßen oder zu verabschieden. „Die Quintessenz ist, dass trotz aller Regeln der gesunde Menschenverstand und Individualität eine Rolle spielen“, fasste Petra Mittelstädt von der WLO das Gelernte zusammen.

Das gelte auch für die Reihenfolge, wer zuerst begrüßt werde. „Erst Vorgesetzte, dann Ältere, dann Frauen, dann Männer“, hat sich Thies Stolle (16) gemerkt. „Jüngere in Führungspositionen verzichten gegenüber Älteren auf ihre Privilegien“, ergänzte Steffen Busch, der wie Stolle aus der Landwirtschaft kommt. Das Seminar hätte beiden die Augen geöffnet. „Ich hätte nicht gedacht, dass man beim Händedruck so viel falsch machen kann“, stöhnt Busch. Dafür haben sie jetzt die richtigen Schlagworte im Kopf: „Herzlich, fest und in der richtigen Distanz, nicht verdrehen und nur einmal schütteln.“

„Stilles Örtchen“

Auch abseits des Konferenztisches oder Kundengesprächs sei Verstand gefragt, stellte Julia Presting nach der Pause fest. „Darf man auf der Toilette Gespräche führen?“, stellte sie in den Raum. Frauen dürften ruhig plaudern, aber nur, wenn sie unter sich seien, nicht wenn bereits eine Kabine belegt sei. „Bei Männern empfehle ich Zurückhaltung.“

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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