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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Hardy löffelt bis zum bitteren Ende

16.10.2006

IPPENER IPPENER/MSI - War es die Hauptakteurin Ingrid Noll oder der amüsant-schaurige Titel der Veranstaltung, der für volle Sitzreihen in der „Schün Rustika“ beim Gasthaus Wülfers in Groß Ippener sorgte? Der Verein Kunst- und Kultur aus Harpstedt hatte als Veranstalter jedenfalls wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen und ein herausragendes literarisches Event auf die Beine gestellt.

Das vom Bremer Autor Jürgen Alberts initiierte Krimifestival „Morden im Norden“ mit seinen Tatorten im gesamten Nordwesten ist besetzt mit hochklassigen Autoren. Ingrid Noll präsentierte sich dabei am Freitagabend in Hochform. Sie las aus ihrem aktuellen Buch „Ladylike“, die Geschichte einer Seniorinnen-Wohngemeinschaft, deren Ehemänner auf ungeklärte Weise aus dem Leben schieden. Ehemann Hardy ging an einer Suppe aus „Herbstzeitlosen“ zugrunde. Zitat: „Hardy löffelte bis zum bitteren Ende.“

Die Zuhörer amüsierten sich über das „Geschlechtsverhalten des Weibes“ oder das Ableben eines Manchester-bejackten Jugendlovers.

Noll, aus deren Feder auch Krimiklassiker wie „Die Häupter meiner Lieben“ oder „Röslein rot“ stammen, begeisterte das Publikum mit ihrem schwarzen Humor, der gekennzeichnet ist von einer detaillierten Betrachtungsweise der Menschen.

Nicht weniger unterhaltsam gab sich Maj Sjöwall, die weibliche Hälfte des schwedischen Autorenpaares Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Beide gelten als die „Eltern“ des skandinavischen, sozialkritischen Kriminalromans. Bereits 1965 erschufen sie die Figur des Kommissars Martin Beck, in dessen Fußspuren knapp 30 Jahre später ein Polizist aus Ystad namens Kurt Wallander sehr erfolgreich treten sollte.

Festivalinitiator Jürgen Alberts stammt aus Bremen und ist untrüglich an seinem Markenzeichen, der hellen Kopfbedeckung im Stile eines „Panama-Hutes“ zu erkennen. Alberts ist ein Meister der Präsentation. Schon mit seiner launigen Begrüßung zog er die Zuhörer auf seine Seite. „Die Handys können sie heute anlassen. Bei wem es klingelt, der gibt eine Saalrunde aus“, spielte er auf die Unsitte ständig nervender Mobiltelefongeräte an.

Alle drei Autoren vermittelten mit ihren Geschichten gekonnt einen zeitgemäßen, spannend-unterhaltenden Literaturgenuss, der vom Publikum mit viel Beifall bedacht wurde.

Musikalisch untermalte das Bassumer Musiker-Ehepaar Annette Bär-König und Ulli König die Lesung. Mit ihren klassischen Interpretationen moderner Pop-Songs, unter anderem von Abba, rundeten sie das Programm ab.

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