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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Prickelnde Horizonterweiterung

23.08.2017

Harpstedt „Kunst ist für jedermann“, ist Ute Bescht überzeugt. Mit der Aktion „Art ‘n’ Soul“, die jetzt in Harpstedt bei „Bescht Art“ stattfand, wollte die Künstlerin genau dies vermitteln. Kunst solle wieder zum Ursprünglichen zurückkehren, Menschen sollten sich eine eigene Meinung bilden, gegebenenfalls Kunst genießen und sich daran erfreuen – auch ohne tiefgreifende Werkanalyse.

An jedem vierten Sonntag im Monat öffnet Bescht die Pforten ihres Hauses, das dann als Privat-Galerie fungiert. Einmal im Jahr findet eine größere Aktion statt, bei der „kreative Köpfe für andere Leute“ Kunst machen und zeigen.

In diesem Jahr waren es die Künstler Dajana Larsen, Franz Kranitz und Heiko Frehse. Larsen zeichnet sich durch ihre fantasievollen Aquarelle aus, die sie mittlerweile auch „unter die Haut bringt“. Vor kurzem erhielt sie sogar eine Anfrage eines Tattoo-Studios in England, das sie in die Lehre nehmen möchte.

Kranitz hat sich auf Bilder im (foto)realistischen Bereich mit dunklen Elementen spezialisiert. „Ich bin ein Mensch, der mit Gefühlen malt“, sagt er. Frehse sorgte mit dem Saxofon für die musikalische Untermalung der Veranstaltung. Er ist mit einer Mischung aus Smooth Jazz, Balladen und Soul nicht nur bei Kunst-Aktionen erfolgreich unterwegs. Bescht selbst zeigte surreale Großformate „fernab von abstraktem Nihilismus“.

Der persönliche Kontakt mit Bescht war für Karl-Heinz Büsing der Grund, mit Ehefrau, Schwager und Schwägerin die Veranstaltung zu besuchen. Ihm gefielen vor allem der Stil, die Detailtreue und die Motive der ausgestellten Kunst. Parallelen zu anderen Künstlern zu suchen, sei „schon sehr prickelnd“ – auch für alle Jazzfans eine Horizonterweiterung.

Die Gäste konnten nicht nur die ausgestellten Kunstwerke bewundern und erwerben, sondern auch den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen oder Fragen stellen. Wer wollte, konnte sogar selbst zu Pinsel und Farbe greifen und künstlerisch tätig werden. Des Weiteren gab es Angebote wie eine Tiefenentspannung sowie eine interaktive Lesung inklusive Karikaturen der Künstlerin aus Beschts Buch „Haie auf Bulldozern, Eulen und andere Verwandte“, in dem es – grob gesagt – um die „Kreatur Mensch“ geht. Auch für das leibliche Wohl der Besucher war mit Getränken und Fingerfood gesorgt.

Am Sonntag bauten Kranitz und Bescht zudem eine große Leinwand für ihr nächstes Projekt auf: Es soll um den Zerfall der Welt gehen, Elemente der griechischen Mythologie beinhalten und bei der nächsten großen Kunstaktion 2018 präsentiert werden.