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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Dieses Buch gehört in jeden Harpstedter Haushalt“

10.09.2018

Harpstedt Verschiedenen glücklichen Umständen, aber auch beherztem Vorgehen ist es zu verdanken, dass die Veröffentlichung der Harpstedter „Collectanea“ (Sammlungen) des Johann Heinrich Redeker nun als Buch druckfrisch vorliegt.

Am Freitagabend wurde das im Solivagus-Verlag erschienene Werk „Historische und Geographische Collectanea von der uralten Burg und Weichbilde Harpstädt – auch umliegendem Amt und dessen Nachbarschaft“ in der Wasserburg in Harpstedt vorgestellt. Damit nähert sich die Arbeit des Forschungsprojektes „Bäuerliche Siedlung- und Geschlechterhistorie der heutigen Samtgemeinde Harpstedt“ immer mehr dem Ende.

Unterstützt wurde das Projekt von der Samtgemeinde. Beiratsvorsitzende Prof. Karin Holm betonte, dass der Beirat mit dem Buch seine Arbeit erfüllt habe und nun in den Geschichtsverein der Samtgemeinde übergehen werde.

Die Harpstedter „Collectanea“ von Redeker, geboren am 3. August 1682 und gestorben am 10. November 1764, ist eine Sammlung über den Flecken und das Amt. „Darin hat Redeker alles notiert, was er von Harpstedt je gehört, gelesen und erfahren hat“, erklärte Herausgeber und Landeshistoriker Dr. Herbert Bock. Zweieinhalb Jahre arbeitete Bock an dem Buch. Dabei stützte er sich auf die Abschrift von Robert Grimsehl, dessen Familie die Veröffentlichung unterstützte, und verifizierte viele Einträge.

Der spätere hannoversche Kammerschreier Johann Heinrich Redeker verbrachte seine Jugend in Harpstedt, wo er die berufliche Laufbahn als Amtsschreiber begann. Zeitlebens fühlte er sich mit dem Flecken verbunden. Auch als er in Hannover wirkte, hielt er über seinen Stiefsohn Johann August Augspurg und seinen Nachfolger Kontakt.

In den Aufzeichnungen Redekers sind nicht nur historisch-geographische/topographische Gegebenheiten akribisch aufgelistet worden, „sondern Redeker stellte auch den Lebensalltag in der ersten Hälfe des 18. Jahrhunderts dar“, so Bock. Was sein Werk so interessant mache, sei die ausführliche Beschreibung, die reichhaltiger als vergleichbare Aufzeichnungen sei.

„Noch heute finden sich 100 Namen von Familien, die beschrieben werden, hier in Harpstedt“, so Prof. Karin Holm. „Allein deswegen gehört dieses Buch schon in jeden Harpstedter Haushalt.“ Redeker beschreibt Brände wie den großen Harpstedter Brand von 1739, aber auch Wetterumstände wie Schnee und Dürre, Geburten, Todesfälle, Verbrechen und Unfälle. Beispielhaft nannte Bock einen Unfall beim Bürgerschützenfest, bei dem einem Teilnehmer durchs Auge geschossen wurde. „Er hat überlebt“, so Bock. Derartige Vorkommnisse finden bis ins kleinste Detail eine Beschreibung in den Aufzeichnungen.

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