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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Helfer heben den Kaffee auf

20.03.2017

Ganderkesee Der Trend beim Kaffeekonsum geht seit Jahren zum schnellen Heißgetränk auf die Hand – leider ist der „Coffee to go“ aber auch ein „Kaffee zum Wegwerfen“: Unzählige Becher aus Pappe und Plastik haben die Helfer der Aktion „Saubere Landschaft“ in der Gemeinde Ganderkesee am Sonnabend am Wegesrand aufgesammelt. „Das wird immer mehr“, stellt nicht nur Karl-Heinz Meier vom Ortsverein Hengsterholz-Havekost fest.

Vier Orts- und Bürgervereine in der Gemeinde hatten am Sonnabend ihre Mitglieder und Dorfgemeinschaften wieder zum Müllsammeln aufgerufen. Mit Treckergespannen und Anhängern fuhren sie Wege und Straßen in ihren Ortschaften ab und klaubten zusammen, was die Wegwerfgesellschaft teils unbedacht, teils absichtlich zurücklässt. Die Helfer fanden überall das, was sie seit Jahren ärgert: Schnapsfläschchen von Kohltouren, Fast-Food-Verpackungen, die nach dem Verzehr (wie die Kaffeebecher) aus dem Autofenster geworfen werden, oder Altreifen. Offenbar nimmt aber auch die illegale Müllentsorgung zu. Hier und da wurde zudem sehr Spezielles entdeckt.

 Havekost

Viel kleinteiliger Plastikmüll und Scherben sammelten sich im Container, den die rund 20 Helfer des Ortsvereins Hengsterholz-Havekost beim Feuerwehrhaus füllten. Eine kleine Schmuckschachtel voller Ohrstecker und Kettchen fanden Detlef und Lars Einemann. Für die Hochzeitsfeier, die am Abend in Hengsterholz anstand, wollte sich aber niemand mehr bedienen. Eine interessante Entdeckung machte Silke Meyerholz, die mit Ehemann Hergen und Tochter Talea sowie Kian Eilemann an der Havekoster Straße unterwegs war: „Da hat jemand an der Straße entlang etliche grüne Maibowle-Flaschen weggeschmissen, alle von einer Marke“. Im vergangenen Jahr waren es an der gleichen Straße Weißwein-Flaschen, ebenfalls von ein- und demselben Abfüller. Und Vorsitzender Karl-Heinz Meier entdeckte ein Porno-Video – „aber nur die Hülle.“

 Schlutter

Wer die weggeworfen hat, brauchte vielleicht auch das Hilfsmittel, das in einem der Eimer des Ortsvereins Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege landete: ein Dildo – „sowas findet man nicht alle Tage“, schmunzelte ein Helfer. Kein Geld mehr, aber noch eine gültige Bankkarte enthielt ein Portemonnaie – da auch noch der Personalausweis drin steckte, darf die Besitzerin die Rückgabe erwarten. Eine Entdeckung von gewissem Wert machte Rainer Vosteen: eine noch gut erhaltene Limonadenflasche der Marke „Ca-Rü“ mit Henkelverschluss – die Produktion von Carl Rüther in Delmenhorst wurde schon vor Jahrzehnten eingestellt. Das Stück kommt fürs Vosteen’sche Heimatmuseum in Schlutter in Frage. Ansonsten stellten die 32 Helfer des Ortsvereins einen neuen Getränke-Trend bei Kohlfahrten fest: „So viele Jägermeister-Flachmänner hatten wir noch nie!“

  Hohenböken

In Hohenböken hingegen seien die Kohlfahrer offenbar „vernünftiger“ geworden, stellt Bürgervereins-Vorsitzender Hans-Joachim Wallenhorst fest. An den obligatorischen Wanderrouten waren vergleichsweise wenige Schnapsflaschen und Bierdosen zurückgeblieben. Ärgerlich für den Bürgervereins-Vorsitzenden, der rund 35 Helfer zum Mitmachen motivieren konnte, ist aber die zunehmende illegale Entsorgung im Hohenbökener Moor. „Da fahren offenbar Leute gezielt hin, um Elektroschrott abzuladen“, glaubt Wallenhorst. Unter anderem seien ein Staubsauger und ein Kaffeeautomat entdeckt worden. Der Container am Pavillon, in dem sich die Helfer anschließend zur Erbsensuppe niederließen, war wieder bis zum Rand gefüllt. „Das zeigt, wie nötig diese Aktion jedes Jahr ist“, sagte Wallenhorst.

 Steinkimmen

Unbelehrbare, die dreist ihre Abfälle in der Natur abkippen, machen auch dem Ortsverein Steinkimmen zu schaffen. „Am Alten Postweg und am Kimmer Holz, wo viele Autofahrer anhalten, ist es besonders schlimm“, wusste Vorsitzender Christoph Eckert. Auch Bauabfälle wie Farbeimer oder Maurerkübel voller Müll würden dort abgestellt – teilweise sogar sauber aufgereiht. Eckert hat den Eindruck, dass manche Zeitgenossen geradezu auf die Ankündigungen der Aktion „Saubere Landschaft“ warten – um dann rechtzeitig ihren Abfall abzulegen.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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