• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Einst von Menschenhand geschaffen

04.10.2019

Hude Hermann Dunkler-Gronwald ruft eine Satellitenaufnahme von Google auf seinem Computerbildschirm auf. Gut zu sehen sind bei diesem Blick von oben auf Hude die klaren Strukturen, die bei der Kultivierung des Huder Moores von den Vorfahren einst geschaffen wurden. Jede Familie bekam knapp sechs Hektar Land zugeteilt. Immer zwei Siedlungsstellen lagen sich an der Straße gegenüber. Die Kolonisation Mitte des 19. Jahrhunderts hat am Ende das hervorgebracht, was heute noch so wunderschön zu erleben ist in dem Areal zwischen Friedrichstraße und Kleiner Klosterweg. Eine einzigartige Landschaft. Geschaffen von Menschenhand. Der Natur abgerungen.

Die Präambel zur Satzung

Der Verein „Historische Kulturlandschaften im Oldenburger Land e.V.“ widmet sich Ausschnitten aus der aktuellen Kulturlandschaft, die sehr stark durch historische Strukturen und Elemente geprägt sind. Er fordert ein allgemeines Bewusstsein über das Vorhandensein und die Bedeutung Historischer Kulturlandschaften und unterstützt ihre werterhaltende Entwicklung und ihren Schutz.

Landschaftliche Strukturen und Elemente sind dann historisch, wenn sie in der heutigen Zeit nicht mehr in der Vorgefundenen Weise geschaffen würden, weil ihre wesentlichen Entstehungsbedingungen der Vergangenheit angehören. Zu diesen Bedingungen zählen insbesondere wirtschaftliche, technische, soziale, gesellschaftliche, politische, rechtliche oder ökologische Grunde. Historische Kulturlandschaften spiegeln in ihren Strukturen und Elementen abgeschlossene historische Geschichtsepochen wider.

Die Tätigkeiten des Vereins erstrecken sich räumlich auf das historisch gewachsene Gebiet des Oldenburger Landes, das dem Wirkungsbereich der Oldenburgischen Landschaft entspricht. Bei grenzüberschreitenden Historischen Kulturlandschaften kann eine Ausweitung der Tätigkeiten des Vereins auf benachbarte Gebiete erfolgen.

In sehr beschwerlicher Handarbeit haben sich die Siedler das Moorland urbar gemacht. Es war ein entbehrungsreiches Leben. Erst mit dem Kunstdünger wurde es besser.

Im Huder Moor ist die Siedlungs- und Landschaftsgeschichte noch sehr gut wahrnehmbar. Eine Kulturlandschaft mit einem hohen historischen Zeugniswert. „Ein Kleinod“, sagt die Landschaftsplanerin Prof. Carola Becker aus Wardenburg. Es gebe relativ wenige Landschaftsräume, die noch so beschaffen seien, dass man ihre Geschichte vor Ort geradezu ablesen könne.

Geschichte vor Ort

„Man muss keine dicken Fachbücher lesen oder ins Museum gehen, um etwas darüber zu erfahren, wie die natürlichen Ressourcen in der Vergangenheit genutzt wurden. Manche Kulturlandschaften erzählen uns von dieser Historie, wenn man bewusst hinschaut“, sagt der Huder Architekt Hermann Dunkler-Gronwald.

Und dieses bewusste Hinschauen und die Wertschätzung für das fördern, was die Vorfahren geschaffen haben, will ein neu gegründeter Verein. Er nennt sich „Historische Kulturlandschaften im Oldenburger Land e. V.“ und hat seinen Sitz in Hude. Landschaftsplanerin Carola Becker aus Wardenburg ist die Vorsitzende. Das Vereinsgebiet ist das gesamte alte Oldenburger Land, vom Dümmer bis zur Nordsee, von der Weser bis Barßel, wie Vorstandsmitglied und Architekt Hermann Dunkler-Gronwald erklärt.

Wie kommt man darauf, sich mit einem Verein einem eher ungewöhnlichen Thema zu widmen? Im Zuge eines Vortrags, den Grünen-Fraktionschefin Karin Rohde mit Bildern über das Huder Moor hielt, kam man ins Gespräch, wie die Zukunft von Kulturlandschaften aussehen kann, wie man sie erhalten kann. Schnell sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass solche Landschaften mit ihrem verborgenen Potenzial erst einmal bekannt sein müssen, damit die Menschen sie wertschätzen, so Carola Becker.

Oft seien es Landschaften, die zugleich ein schönes Erscheinungsbild hätten, wie alte Wallheckengegenden. „Trotzdem halten wir eine flächenhafte Unterschutzstellung zum Beispiel als Landschaftsschutzgebiet nicht unbedingt für notwendig“, betont die 1. Vorsitzende. „Denn Kulturlandschaften sind von Menschen geschaffen worden und unterlagen stets Veränderungen, die auch massiv in die ursprüngliche Natur eingegriffen haben. Dieser Prozess des Wandels geht weiter. Doch soll gefragt werden, inwieweit die historischen Prägungen der Landschaft trotz Veränderungen bewahrt werden können. Es ist wie mit einem schönen alten Gebäude: Man kann es den heutigen Bedürfnissen anpassen und trotzdem seinen Erinnerungswert bewahren. Altes und Neues können aber nur dann sinnvoll verbunden werden, wenn man über ein solches Haus bzw. eine Kulturlandschaft genügend weiß.“

Erstes Pilotprojekt

Und hier setzt der Verein an mit seiner Arbeit. Probeweise wolle man mit einem Pilotprojekt beginnen. Und das sei das Huder Moor. Karin Rohde ist ebenfalls Mitglied des Vorstandes. Sie sagt: „In Hude steht der Klosterbezirk im Mittelpunkt der Geschichte. Doch haben wir mit den Geestrandmooren ein weiteres Pfund, das auch für die Siedlungs- und Landschaftsgeschichte bedeutsam ist. Aber wer kennt das schon?“ So will der Verein in seinem ersten Projekt die Geschichte der Kulturlandschaft Huder Moor untersuchen und alles zusammentragen, was darüber bisher bekannt ist. Aktiv dabei sein sollen auch interessierte Bewohner, denn sie können viel über ihren Lebensraum erzählen. Recherchieren und aufbereiten will der Verein das, was er zusammenträgt. Der Verein arbeite mit dem Niedersächsischen Heimatbund in Hannover zusammen, der sich seit vielen Jahren landesweit mit der Thematik befasse, erklärt Carola Becker. Geplant seien Workshops, Vorträge, Ausstellungen, Broschüren: Immer mit dem Ziel, den Menschen den besonderen Wert der vielen unterschiedlichen Kulturlandschaften im Oldenburger Land bewusst zu machen. Schön wäre es, wenn viele sich damit identifizierten.

Wer Interesse an einer Mitarbeit im Verein hat, kann sich per Mail melden: c.becker@jade-hs.de.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Rufen Sie mich an:
04408 9988 2721
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.