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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Hobby In Hude: Von der „Kratzmusik“ zum Hi-Fi-Klang

21.07.2018

Hude „Natürlich war das früher Kratzmusik, aber die Leute kannten ja nichts anderes“, sagt Hans-Werner Ellerbrock. Der 68-jährige Huder hat nach eigener Einschätzung eine der größten Schellackplatten-Sammlungen im Nordwesten. Und abgespielt wurden diese Platten früher in der ersten Zeit mit Grammophonen, die mit einer Kurbel betrieben wurden. Was da aus dem Trichter kam, war nicht schön, aber es war immerhin Musik.

Nach und nach verbesserte sich die Qualität. „Auf Tanzabenden kamen auch schon mal Grammophone mit vier bis sechs Trichtern zum Einsatz“, weiß der Huder Sammler zu berichten. Erst später kamen die elektrischen Geräte. Sie hatten am Ende auch schon Hi-Fi-Qualität zu bieten, konnten sowohl die alten Schellack- als auch die neuen Vinylplatten abspielen.

So um die zwölf noch weitgehend funktionstüchtige Grammophone aus verschiedenen Epochen hat Ellerbrock in seiner Sammlung. Und um die 2000 Schellack-Platten stehen bei ihm in Regalen und Schränken bis unters Dach. Ellerbrock hat sie sortiert. „Ich habe allein so um die 50 Ave Marias, gesungen von den unterschiedlichsten Interpreten“, erzählt der Sammler.

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Die Musik aus der alten Zeit – das waren die Märsche, die Schlager, später aber auch Rock’n-Roll. Auch die ersten „Comedians“ wurden in Schellack gepresst. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges gab es neben Propaganda viele „Durchhalte-Platten“, wie es Ellerbrock nennt.

Die Geschichte dazu

Für Ellerbrock ist wichtig, auch die Geschichten zu den Platten und Geräten aus seiner Sammlung erzählen zu können. So ist er seit sechs Jahren regelmäßig im Johanniter-Haus in Bremen-Horn zu Gast. Da legt er die alten Schellack-Platten für die Senioren in der Begegnungsstätte auf. Mal sind es Seemannslieder, mal Schlager. Auch im Huder Erzählcafé ist Ellerbrock schon gewesen.

Die Leute wollen gerne auch mal den Grammophon-Trichter sehen, weiß Ellerbrock. Aber für das Abspielen nimmt er etwas modernere Geräte aus seiner Sammlung. Apropos modern: Ellerbrock hat sich auch schon mal von den Senioren sagen lassen müssen: „Jetzt wollen wir mal ordentliche Musik hören!“ – Kein Problem: Elvis , Bill Haley und Peter Kraus hat er natürlich auch in seiner Sammlung.

Die Sammelleidenschaft hat Hans-Werner Ellerbrock schon früh erfasst. Da sei er so um die zwölf Jahre alt gewesen, erinnert er sich. Richtig los ging es, als ihm seine Tante einen großen Karton mit Schellack-Platten schenkte, die weggeworfen werden sollten. „Das waren unter anderem viele Schlager der 40er Jahre“, so der Sammler.

Die Sammlung wuchs schnell. Wenn die Leute die Sachen wegwerfen wollten, fanden sie in Hans-Werner Ellerbrock einen dankbaren Abnehmer. Er sei in jungen Jahren in Schleswig-Holstein als Zeitungsausträger unterwegs gewesen und habe oft das eine oder andere Stück mitgebracht, weil die Leute wussten, dass er die Sachen sammelte, erzählt Ellerbrock.

Er machte eine Ausbildung zum Elektromechaniker, studierte Elektrotechnik. Der Ingenieur unterrichtete später an einer Berufsschule.

Das Hobby sei eine Zeit lang durch Beruf und Familie nach hinten gerückt. Doch als die Kinder aus dem Haus gewesen seien, habe er die Sachen wieder vom Dachboden geholt, so Ellerbrock.

Er weiß auch, dass es nicht mehr so viele Leute gibt, die den alten Schellack-Platten etwas abgewinnen können. Er habe in einer Berufsschulklasse mal davon erzählt. Da habe dann ernsthaft jemand gefragt, wie er das Teil denn in einen CD-Spieler gesteckt bekomme, schmunzelt Ellerbrock.

Platte von 1910

Dem Huder, der auch noch alte Röhren- und Kofferradios sammelt, merkt man seine Begeisterung für diese alte Technik der Musikwiedergabe an. Seine älteste Platte sei von 1910 erzählt Ellerbrock. Schellack-Platten seien bis 1956 in Deutschland produziert worden. Bereits drei Jahre zuvor waren die ersten Vinylplatten auf den Markt gekommen, die sehr viel unempfindlicher waren, und die Musik klang super. Die Vinylplatten hatte man im Zeitalter von CD und MP 3 auch schon fast totgesagt. Die schwarzen Scheiben erfahren aber seit wenigen Jahren eine Renaissance. Irgendwie hat das Auflegen einer Platte eben seinen besonderen Reiz.

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Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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