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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wo sich Kunst und Natur vereinen

09.10.2017

Hude Mit dem Skulpturenufer am Huder Bach hat der Huder Bildhauer Wolf E. Schultz ab 1992 einen Meilenstein im Bereich Kunst und Kultur gesetzt. Das sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew anlässlich einer besonderen Feierstunde in der Huder Klostermühle im Kreis von Vertretern der Gemeinde, Freunden und Weggefährten des Künstlers.

25 Jahre gibt es das Skulpturenufer, das weit über die Grenzen Hudes hinaus bekannt ist. Grund zum Feiern.

Lebedinzew sprach von einem touristischen Highlight. Wolf E. Schultz sei für die Gemeinde ein wichtiger Botschafter für Kunst und Kultur.

Der 77-jährige Huder Bildhauer ist immer noch voller Schaffenskraft. Er arbeite gerade an seiner 1165. Skulptur, verriet Schultz im Gespräch mit der NWZ.

Stein, Holz, Metall

Skulpturen aus Stein, Holz, Metall: Gerade dieser spannende Materialwechsel beflügelt Schultz immer wieder aufs Neue. Er bekomme eine ungeheure Menge an positiven Rückmeldungen, wenn er ein Stück Holz, Stein oder Metall forme.

Und wenn er seine Arbeit gut gemacht habe, gehe das, was er geschaffen habe, direkt in die Seele des Zuschauers über. So wünscht es sich der Künstler. Am Ende sollen die Betrachter das Werk mit ihren eigenen Gefühlen vollenden.

„Kunst hat immer einen kommunikativen Aspekt“, sagte als Gastredner der Feierstunde Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel.

Der Verhaltensforscher am Max-Planck-Institut in Starnberg-Seewiesen und Fellow (Gastwissenschaftler) des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst, ist vor einigen Jahren bei einer Radtour auf das Skulpturenufer in Hude gestoßen. „Mitten auf der Pampa in Norddeutschland solche Sachen auf der Wiese“, schilderte Schiefenhövel seine Begeisterung. Schultz und Schiefenhövel trafen sich später zufällig. Inzwischen sind sie sehr gute Freunde.

Und Wolf E. Schultz findet sich sogar mit einem bebilderten Beitrag in einem wissenschaftlichen Werk – „Art as Behavior“ – wieder, das im Zuge der Hanse-Studien auf Englisch im Oldenburger Ibis-Verlag erschienen ist.

In der Studie gehe es um „Kunst als Verhalten und nicht um Kunst als Produkt“, sagte Schiefenhövel. Das künstlerische Gestalten gehöre zu den tief verankerten menschlichen Eigenschaften. „Es geht oft um tiefe Emotionen, die uns bewegen: Liebe und Leid.“

Feingeist mit Kettensäge

Schiefenhövel stimmte Bürgermeister Holger Lebedinzew zu, der Schultz als einen Feingeist bezeichnete, obwohl er mit groben Materialien arbeite. Schiefenhövel beschrieb Schultz als feinsinnig und feinhörig. Mit einem groben Instrument, wie zum Beispiel der Kettensäge, schaffe der Bildhauer oft sehr filigrane Werke.

Auf dem rund 1,4 Hektar großen Skulpturenufer sind zurzeit rund 40 Werke zu sehen. Vielfach sind sie im Laufe der Jahre mit der Natur verschmolzen. Einige Werke aus Holz sind auch vergangen.

Ganz besonderer Raum

Ein ganz besonderer Raum. Nicht nur für die menschlichen Besucher, sondern gerade auch für die Tier- und Insektenwelt, freut sich Wolf E. Schultz als passionierter Naturfotograf.

Schultz dankte den seinerzeit Verantwortlichen bei der Gemeinde, dass seine Idee, einen solchen Platz für Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen, so schnell umgesetzt wurde.

Die Werke aus Stahl, Stein und Holz mit viel Witz, Ironie und Gesellschaftskritik sollen noch lange die Besucher inspirieren. Er habe auch noch neue Ideen für das Skulpturenufer, sagte der 77-jährige Künstler.

Zunächst aber eröffnet er im Skulpturenhaus an der Klosterremise am 18. November eine neue Ausstellung. Dann stehen „Steine“ im Blickpunkt. Bis zu 100 Kilogramm schwere Objekte werden es sein. Unter anderem hat Schultz Marmor aus Belgien und Granit aus dem Schwarzwald bearbeitet.

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Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
Tel:
04408 9988 2721

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