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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kirche St. Marien In Hude: Kinder geben Pfarrer gute Wünsche mit

31.08.2019

Hude „Ich verlasse Hude, doch ihr werdet immer in meinem Herzen sein“, verabschiedete sich Pfarrer Norbert Steffen bei den Schulkindern der katholischen Grundschule Hude. Die jungen Schülerinnen und Schüler hatten mit ihren Lehrerinnen einen „Gute-Wünsche-Gottesdienst“ eingeübt, den sie dem Pfarrer widmeten, um sich bei ihm zu bedanken.

Seit dem 1. August 1983 steht Pfarrer Steffen der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien in Hude vor – sowie später auch einige Jahre der Kirche Heilig Geist in Lemwerder.

Geboren wurde Steffen 1943 in Groß-Trinkhaus in Ostpreußen während einer politisch sehr schwierigen Zeit. In den ersten Jahren seines Lebens wuchs er deutschsprachig auf, was dann ab 1947 verboten wurde. Daraufhin lernte und sprach er im polnischen Kindergarten die Landessprache Polens.

Kontakt mit Bibel

Schon früh habe Steffen gewusst: „Ich will Pfarrer werden.“ Er erinnere sich noch sehr gut an seine ersten Begegnung mit der Bibel im Alter von etwa sechs Jahren. Drei evangelische Familien, Flüchtlinge aus den Masuren, wurden in das kleine katholische Dorf verbracht. „Durch sie sah ich die Bibel mit vielen Bildern und hörte die spannenden Geschichten. Ich war begeistert. Der Sohn einer dieser Familien wurde evangelischer Pastor. Damals entstand der Wunsch.“

Verabschiedung an diesem Samstag

Mit Grußworten wird Pfarrer Norbert Steffen an diesem Samstag, 31. August, um 17.30 Uhr in der St. Marienkirche an der Breslauer Straße 18 in Hude verabschiedet. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst sind alle Besucher herzlich ins anliegende Pfarrheim eingeladen, um ein letztes Mal zusammenzukommen.

Doch bevor er den Berufsweg zum Geistlichen gehen konnte, erlernte Steffen den Beruf des Tischlers, besuchte das Abendgymnasium, musste zum Militär und seiner Mutter in der Landwirtschaft helfen. Neben der vielen Arbeit lernte er weiter. In seiner Heimat Ermland, einer katholischen Diözese, begann er nach seinem abgeschlossenen Abitur „endlich“ mit dem Studium der Theologie.

Schon immer war neben der Theologie die Naturwissenschaft Steffens Leidenschaft. Er befasste sich an der Universität Lublin intensiv mit Nikolaus Kopernikus und astronomischen Themen. Diese Faszination von Sternen und Schöpfung begleitet ihn sein Leben lang. Während seiner geistlichen Berufstätigkeit vermittelte er die Sternenkunde praktisch viele Jahre lang den Kindern und Jugendlichen in Freizeiten.

„Immer im Hinblick auf die Schöpfung Gottes, denn am Anfang steht das Wort“, betonte der Pfarrer. So liest er auch heute bevorzugt naturwissenschaftliche Bücher. „Glaube und Wissenschaft schließen sich nicht aus. Der Glaube muss durch Wissenschaft gestärkt werden“, ist seine Überzeugung.

In Hude aufgenommen

Zum Priester geweiht wurde Steffen 1976 in Allenstein für das Bistum Ermland. 1981 zog er um in die Bundesrepublik Deutschland, in die Stadt Emstek. Dort sei er sehr gut aufgenommen worden. Er erlernte erneut die deutsche Sprache. Im Jahr 1983 wurde Steffen zum Pfarrrektor in Hude ernannt. „Die große Hilfsbereitschaft der Huder hat mich tief beeindruckt, dafür bin ich sehr dankbar.“ Der Pfarrer freut sich: „Die Huder waren sehr engagiert. Sie wollten, dass es mir gelingt, hier Fuß zu fassen.“ Steffen ließ sich auf das große Interesse an Ökumene ein und erinnert sich gern an den ökumenischen Gesprächskreis. Die beiden Kirchengemeinden hätten dabei viele Gemeinsamkeiten entdeckt.

Der Pfarrer hebt die enge Verbundenheit mit der katholischen Grundschule und dem Kindergarten, die Unterstützung bei den Sternsingeraktionen sowie die Großzügigkeit von Sponsoren über viele Jahre hervor. Daran werde er sich immer erinnern.

Der Kirchengemeinde bleiben die Kunstglasfenster, der Taufstein auf dem Marmor, die neuen Kirchenbänke, die Ausmalung der Kirche, die Ausstattung des Altarraumes und vieles mehr als Erinnerung an ihren Pfarrer erhalten. Denn er hatte sich um die Anschaffungen bemüht.

Kirche geöffnet

Geöffnet hat der Pfarrer Steffen die Kirche und das Pfarrhaus stets für Menschen, die in Deutschland fremd waren. „Es ist wichtig, sich willkommen und wertgeschätzt zu fühlen. Hier bin ich den Hudern auch sehr dankbar, dass sie stets bereitwillig und spontan geholfen haben.“

„Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, dem ich mit Gelassenheit entgegen sehe“, sagt Steffen. Er wurde im Alter von 76 Jahren entpflichtet und emeritiert. Der Pfarrer zieht jetzt nach Oldenburg, möchte aber gern weiterhin kirchliche Dienste anbieten, wenn er gebraucht werde. Auch für Hude stehe er „in jeder Hinsicht zur Verfügung“.

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