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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Das Leben und seine vielfältigen Herausforderungen

08.09.2018

Hude Vor den Zuhörern der voll besetzten Remise las jüngst Heinz Zeckel im Rahmen der Reihe „Literatur in der Remise“, die monatlich vom Freien Deutschen Autorenverband Nord organisiert wird.

Vier Geschichten mit autobiografischem Hintergrund hatte der Autor unter das Motto „Die Sache mit der Langeweile – Vom Leben und seinen Herausforderungen“ gestellt. Als Einzelkind mit Geld verdienendem und daher meist abwesenden Vater aufgewachsen, das in der Mutter keinen adäquaten Gesprächspartner fand, erlebte er oft Langeweile. Dieser versuchte er durch die Beschäftigung mit neuen Dingen zu entgehen, was regelmäßig nach einiger Zeit misslang. Erst als Erwachsener wurde ihm klar, dass sich hinter der vermeintlichen Langeweile eine vererbte Depression verbarg.

Wie ein recht neue Zweig der Traumaforschung weiß, können Traumata über Generationen hinweg vererbt werden. So führte die zweite Geschichte des Autors mitten hinein in die Erlebnisse seines Vaters im Zweiten Weltkrieg. Der versucht darin mit allen Mitteln die Front in Russland zu verlassen und zu seiner Braut nach Hause zu gelangen, was auf abenteuerliche Weise auch gelang. Doch auch nach seinem Ende verfolgt der Krieg die Menschen, wie Zeckels Vater erfahren musste. Ereignisse entwickeln sich später zu einer lebensgefährlichen Bedrohung.

Der Reigen der Autorenlesung endete bei Zeckels eigener Militärausbildung in den sechziger Jahren, der er sich nicht entziehen konnte. Die ganze Absurdität derselben wurde deutlich in den Putz- und Aufräumvorschriften: Da mussten Hemden mit einer DIN A 4 – Pappeinlage gefaltet und gestapelt werden, und wehe, die Hemden lagen nicht kantengerade im Spind! Doch ein Stubenkamerad unterlief oft das Reglement, häufig auf Kosten seiner Kameraden, was ihn nicht gerade beliebt machte. Die Absurdität der „Vorbereitung auf den Ernstfall“ wurde aber gerade hierin deutlich.

Die Zuhörer folgten der Lesung mit konzentrierter Aufmerksamkeit. Ihr Nicken an verschiedenen Stellen der Texte zeigte, dass sie einige Situationen wohl auch aus eigenem Erleben kannten.

Überlegungen wurden laut, wie man mit Menschen umgehen sollte, die heute die Grausamkeiten eines Krieges, Flucht und Vertreibung erlebt haben. Ihrer Traumata muss man sich annehmen, sonst werden sie die kommenden Generationen belasten. Der Autor, der trotz des ernsten Themas immer wieder auch humorvolle Passagen eingeflochten hatte, wurde mit entsprechendem Beifall belohnt.

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