• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Verwandlung von „Shabby“ zu „Chic“

18.07.2018

Hude /Maibusch Da bekommt das Wort „aufmöbeln“ doch eine ganz neue Bedeutung: In Maibusch bei Hude auf dem Hof Mümken hat Claudia Behrendt ihre Werkstatt und bereitet alte Schätzchen soweit auf, dass sie wieder einrichtungstauglich werden. Wie das geht? Mit einer ganz speziellen Technik und einer guten Portion Fantasie – das ist „shabby chic“ – Schäbiger Schick eben.

Ausrangiertes Stück

Es braucht schon ein gutes Vorstellungsvermögen, um sich dieses alte dunkelbraune Tischchen nach Art „Eiche rustikal“ in einer modern eingerichteten Wohnung vorzustellen. Es ist abgesplittert, verstaubt und Spinnenweben hängen auch noch dran. Ich mache mich mit dem Tischchen im Kofferraum auf den Weg zu Claudia Behrendt. Seit Jahren fristet es sein ausrangiertes Dasein in einer unbeachteten Garagenecke. Zu dunkel, zu „schäbig“ für den hellen Landhausstil, den ich normalerweise so gern habe.

Endergebnis im Kopf

Doch nun geht es dem alten Holz an den Kragen. Claudia Behrendt ist begeistert, als sie das verwitterte Möbelstück sieht. „Na, damit kriegen wir doch auf jeden Fall was hin“, ist sie zuversichtlich. Sie liebt Stücke mit Geschichte dahinter, schöne Dinge, die nicht perfekt sind und dadurch perfekt werden, wie sie sagt. Der Stil, den auch Claudia Behrendt selbst mag und für ihre eigene Wohnungseinrichtung nutzt, ist eine Mischung aus Flohmarkt-Flair, Selbstgemachtem und einem Hauch von Nostalgie – „man kann auch vergoldete Ornamente aus Gips anbauen oder alte Beschläge wieder verwenden, so bekommt alles einen tollen Charme“, sagt die gelernte Zahnarzthelferin mit einem Leuchten in den Augen.

Kurse einmal im Monat

Einmal wöchentlich arbeitet die 46-Jährige auch heute noch für einen Zahnarzt, doch sie hat das geschafft, wovon andere träumen: Das Hobby zum Beruf machen. In ihrer kleinen Werkstatt schleift, malt und streicht sie seit etwa vier Jahren nicht nur selbst verschiedene Interieurstücke, inzwischen gibt sie ihr Wissen auch weiter. Monatlich bietet sie einen Ganztageskursus für Menschen an, die den „shabby chic“ genauso mögen, wie sie selbst. „Doch ich kann auch Workshops für Junggesellinnenabschiede, Freunde oder andere Interessierte ausrichten“, sagt Behrendt.

Auftragsarbeiten

Auch Auftragsarbeiten führt sie durch und stellt ihre Werkstatt denen zur Verfügung, die zu wenig Platz oder kein Equipment zu Hause haben. Die Kurse sind gefragt. „Die ersten etwa 50 Teilnehmer kamen aus dem Ruhrgebiet, einige kommen sogar aus Frankfurt oder München hierher“, ist Behrendt stolz darauf, dass ihre „Shabby-Chic-Werkstatt“ schon so weite Kreise gezogen hat.

„Schon immer hat es mich begeistert, wie zum Beispiel in Holland oder Schweden Häuser eingerichtet werden. Alles passt irgendwie zusammen, ohne, dass es aussieht, wie in einem Hochglanzkatalog.“

Weiße Kreidefarbe

Dass mein Tischchen nach unserer Aufhübsch-Mission toll aussehen wird, scheint Claudia Behrendt schon jetzt zu wissen. Weiß soll es werden. Sie gibt mir Anweisungen für die Grundierung: „Am besten arbeitet man mit Kunsthaarpinseln und leichtem Druck. Dann sieht das Finish nachher streifenfrei aus.“

Tricks und Kniffe

Normalerweise müssen die Farbschichten mehrere Stunden trocknen. „Hier, nimm den Föhn, der hilft sehr gut“, sagt Claudia mit einem Augenzwinkern. Mit der weißen Kreidefarbe mag ich das Möbelstück schon viel lieber. Aber jetzt kommt der richtige Clou, um es nach der Aufbereitung wieder „alt“ aussehen zu lassen. „Naturgetreue Macken arbeiten wir mit einem Messer und Schleifpapier ein. Los geht’s“, sagt die Expertin. Ich traue mich zuerst gar nicht, die perfekte Farbschicht anzutasten, aber Claudia Behrendt hat schon beherzt mit dem Messer an den Ecken gekratzt. Na, dann. Es macht unheimlich viel Spaß zu sehen, wie das Tischchen sich verwandelt. Zum Abschluss tragen wir eine von Claudia selbst zusammengerührte Patina auf, die die Farbe versiegelt, „und den alten Look hervorhebt.“ Ich darf mir noch Möbelgriffe aussuchen und entscheide mich für türkisfarbene. Ich bin begeistert. Das strahlend schicke Beistelltischchen ist kaum zu vergleichen mit dem alten dunklen Holzklumpen von vorher.

Und weil mit ein bisschen Farbe so viel Veränderung herbeizuführen ist, gestaltet Claudia Behrendt auch ihr eigenes Heim regelmäßig um. „Mein Esstisch ist uralt und die Häufigkeit der Anstriche kann ich gar nicht mehr zählen. Gerade hat er aber weiße Beine, mal sehen, wie lange noch...“


Mehr Infos gibt es unter   www.shabby-chic-workshop.de/ 
Sehen Sie ein Video auf dem Youtube-Kanal von SACH-AN! unter   www.youtube.com/sachanchannel 
Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.