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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Mit seinen Fotos prägte er die Titelseiten dieser Welt

15.10.2019

Hude Er hatte sie alle vor der Linse, wie zum Beispiel Churchill und die Queen, Marylin Monroe und J. F. Kennedy. In Kriegsgebieten riskierte er Leib und Leben für ein gutes Bild. Als Pressefotograf hat Stuart Heydinger in seiner aktiven Zeit ein Stück Fotogeschichte geschrieben. Der seit mehr als 30 Jahren in Hude lebende britische Fotograf ist am 6. Oktober im Alter von 92 Jahren nach kurzem Krankenhausaufenthalt gestorben. Jahrzehnte prägte der gebürtige Engländer die Titelseiten dieser Welt mit seinen Fotografien. In letzter Zeit lebte er zurückgezogen in seiner Huder Wohnung, umgeben von seinen Werken, mit Blick auf den Bahnhofsvorplatz.

Heydinger hat viel erlebt. In vielen Krisen- und Kriegsgebieten war er im Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg fotografierte der gebürtige Londoner am Ärmelkanal deutsche Angriffe auf England. Nach Kriegsende reiste er als festangestellter Auslandsfotograf der „Times“, als Cheffotograf des „Observer“ und als Mitarbeiter des „Daily Telegraph“ um die Welt. Er war auch der erste, Fotoreporter, der das historische Treffen von Edmund Hillary und Vivian Fuchs am Südpol auf Fotopapier bannte.

In atemberaubenden Bildern hielt er auch die Momente fest, die schonungslos die Auswirkungen des Krieges zeigen. Erschüttert vom Leid in Biafra, als er mit ansehen musste, wie im Krieg Kinder vor seiner Kamera verhungerten, zog er sich Ende der 60er-Jahre nach zwanzig erfolgreichen Jahren aus dem Geschäft zurück. Er nahm seitdem keine Aufträge mehr an, die in Krisengebiete führten.

„Danach arbeitete ich noch eine Weile als Fotograf, doch solche Erlebnisse machen viel mit einem“, sagte Heydinger in einem Gespräch mit der NWZ im Mai 2016.

Schon Anfang der 80er-Jahre war der berühmte Fotograf in Hude sesshaft geworden, wo er fortan zeichnete und malte, Landschaften und Theater fotografierte.

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurden Leben und Werk Heydingers mit einer großen Retrospektive unter dem Titel „Just a moment - Fotografien von Stuart Heydinger“ im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte im Oldenburger Schloss gewürdigt. Auch eine Publikation wurde dazu herausgegeben.

Der Autodidakt Heydinger hatte sich, „learning by doing“, alles selbst beigebracht. Seine Fotografien „erzählen von seinem unverbildeten Gespür für Spannung, für Aufbau, für Licht- und Schatteneffekte. Und von seinem Instinkt für den magischen, den richtigen Moment“, schrieb Reinhard Rakow im Dezember 2007 in der NWZ über Heydinger. Als Teil seiner Umgebung habe Heydinger sich in Menschen hineindenken und Prozesse erahnen können. Seiner Empathie zu verdanken seien Momentaufnahmen von Menschen, Prominenten wie Namenlosen, die von grandioser Intimität wie Sensibilität geprägt seien. Fast habe es den Anschein, als öffne sich der Porträtierte dem Fotografen nur deshalb, weil er dessen Feinfühligkeit und Respekt vor seiner Würde erkenne, heißt es in einem NWZ-Bericht von 2007.

Stuart Heydinger hinterlässt einen Sohn in England. Er wird auf eigenen Wunsch in aller Stille beigesetzt. Und sein Wunsch war es auch, dass seine Asche in die Nordsee kommt, von wo sie in alle Welt gespült wird. So wie Heydinger lange Jahre, immer mit der Kamera in der Hand, auf der ganzen Welt unterwegs gewesen ist.Quellen:


     www.nwztrauer.de 
Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

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