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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Bildhauer haucht Artefakten neues Leben ein

20.06.2018

Hude Seine Interpretationen des Begriffes „Artefakte“ bringt der Huder Künstler Wolf E . Schultz in seiner neuesten Ausstellung im Skulpturenhaus in Hude Kunstliebhabern ein Stück näher.

Schultz, der seit 1970 Freier Künstler ist, hat eine Ausstellung zusammengestellt, „mit Werken, die ich in meiner Sammlung wiederentdeckt habe und die teilweise Jahrzehnte nicht ausgestellt wurden.“ Artefakte eben.

Zu sehen sind zum Beispiel die an der Wand hängenden „Urwerkzeuge“ unserer Vorfahren. Wolf E. Schultz nennt sie auch seine „verballhornten Werkzeuge“, Gerätschaften, die es zum Beispiel in Kliniken gab und gibt und die er in seinem künstlerischen Ausleben „etwas auf die Schippe nimmt“.

Noch viel augenfälliger sind die großformatigen, stelenartigen Skulpturen, wie das Paar, drehbar auf einem Sockel, das je nach Stimmungslage einander zugekehrt oder abgewandt dargestellt werden kann.

Zu den 30 ausgestellten Arbeiten gehört auch die Eschenknolle. Ein Baumteil mit einem vermeintlich riesigen „Geschwür“ in Ballform. „Ein seltenes Exemplar und eine Laune der Natur, die ich von einem befreundeten Holzhändler erhalten habe“, erklärt der Huder Künstler.

Seine Erwartungen beim Durchtrennen der geschwulstartigen Knolle zeigten sich nicht bestätigt. Verwundert stelle er fest, dass es sich nicht um verworrene innere Krebs-Strukturen handle, sondern um eine Ordnung, in der sich die Jahresringe nachlesen lassen. „Was besonders ist: das Holz hat eine enorme Härte und bereitete entsprechende Mühen beim Aushöhlen. Da gab so manches Werkzeug auf.“

Alles vom Menschen Geschaffene werde von der Anzahl immer größer. Urbanisierung, Digitalisierung und Technisierung würden die Natur beeinflussen und seien Teil dieser Entwicklung, sagt Schultz.

Das „Wiederentdecken“ vieler seiner Kunstwerke stellt für ihn nicht nur eine neue Herausforderungen dar, sondern zeigt auch Entwicklungen und Gedanken aus früheren Jahren sowie Ansätze aus jüngster Zeit auf.

Aktuelle Themen wie die Arbeit „Völker“, die Hölzer in ihrer verschiedenartigen Färbungen wie Hautfarben zeigen und doch eines gemeinsam haben, nämlich allesamt Menschen zu sein, werden aufgegriffen. Die Skulptur „Gold an den Hacken“ hingegen resultiert aus einem Bronzebarren-Fund, den Schultz zu einem Fuß mit Bein ummodellierte. Eine Anspielung auf die Wegwerfgesellschaft? – Die Interpretation bleibt dem Betrachter überlassen.   Das Skulpturenhaus an der von-Witzleben-Allee im Huder Klosterbezirk ist in der Regel samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

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