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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Die tanzende Menge ist ihr Ziel

27.01.2018

Huntlosen Irgendwo in den Tiefen der Fotosammlung der Familie Huntke gibt es ein Bild, auf dem Sohn Marius zusammen mit seinem Freund Julian Oetjen neben dem Doppel-CD-Spieler von Vater Huntke und einer kleinen Discokugel sitzt. Gut 20 Jahre später stehen die beiden Wochenende für Wochenende vor einem Pult mit vielen Kabeln, Plattenspielern, Reglern und blinkenden Tasten. Über ihnen glitzert bestimmt auch das eine oder andere Mal eine Diskokugel. Nur, dass die beiden nicht mehr im heimischen Wohnzimmer mit Musik experimentieren, sondern auf dem Huntloser Osterfeuer, in Diskotheken in Oldenburg oder Bremen, oder für Bässe und Beats bei Silvesterfeiern sorgen.

DJ-Virus

Huntebeat nennen sich Oetjen (24) und Huntke (25) als DJ-Duo. „Wir kennen uns seit dem Kindergarten, haben beide schon als DJs Musik gemacht – erst einzeln und dann zusammen“, erklärt Huntke. Das DJ-Virus infizierte die beiden als sie das erste Mal selbst in der Disco feierten.

Vor zwei Jahren wurden die zwei Huntloser von Patrick Welzbacher für die Diskothek Fassboden in Hude gebucht. Und der fand die Jungs so gut, dass er sie gleich unter seine Fittiche genommen hat. „Paddy kümmert sich um Aufträge und Auftritte und macht die Verträge für uns fertig“, erklärt Oetjen. Denn ohne Kontakte in die Szene, die Welzbacher als DJ hat, sei es nicht so leicht, an die Clubs zu kommen. „Natürlich muss man auch was können“, schmunzelt Oetjen.

Und dass die beiden Huntloser was können, haben sie bereits bei diversen Auftritten bewiesen: Stadtfest Delmenhorst, Schützenfeste, Stadthalle Verden – vor allem in der Region bringen Oetjen und Huntke die Tanzfläche zum Beben. „Dass das mal bei einer Party nicht geklappt hat, gab es nicht“, sagt Huntke. „Es gibt Tage, da läuft es anfangs auf einer Zeltfete etwas schleppend, weil es den ganzen Tag geregnet hat und kalt ist.“ Generell fühlt sich Oetjen vor allem auf den Land-Partys wohl. „Da laufen dann sonst nur Charts und wenn wir auflegen, eskalieren die Leute völlig“, sagt der 24-Jährige.

Und was sagen die Mütter zur DJ-Karriere? „Meine Mama hat anfangs über mich geschmunzelt. Für sie war es schwer zu glauben, dass ich damit Geld verdienen kann“, erinnert sich Oetjen. Mittlerweile war Mama Oetjen auch schon ein paar Mal mit. „Mama freut sich, Osterfeuer oder Schützenfeste sind genau ihr Ding.“

„Bei mir war es ähnlich. Am Anfang gab es seltsame Blicke, als ich mir Lichtanlage oder ein Soundsystem gekauft habe“, erklärt Huntke. Das Geld für die Ausrüstung ist mittlerweile wieder drin, zum Überleben reicht das Geld – zu mehr aber auch nicht. „Wir haben schon professionelle Ausrüstung. Dass ich als guter DJ für die Technik aber zigtausende Euro ausgeben muss, ist ein Mythos“, sagt der 25-jährige Huntke.

Normale Jobs

Neben dem Plattenauflegen am Wochenende haben die beiden Huntloser aber auch „normale“ Berufe. Oetjen ist gelernter Techniker, Huntke absolviert in Bremen ein Master-Studium und arbeitet zur Finanzierung des Studiums dort auch als Labor-Ingenieur. In ihrer Freizeit können die Huntloser nicht mehr feiern gehen, ohne die Musik zu analysieren. „Das ist die DJ-Krankheit“, schmunzelt Huntke.

Aufs Publikum achten

Für private Feiern haben sie ohnehin wenig Zeit. Denn auch in diesem Jahr stehen wieder einige Auftritte an. Die Hauptsaison geht von Mai bis September. Beim Auflegen sei es vor allem wichtig, auf das Publikum einzugehen und nicht nur zu spielen, was einem selbst gut gefällt. „Wir spielen eigentlich querbeet“, sagt Oetjen. „Die Songs wählen wir spontan aus. Klar, jeder hat einen gewissen Stil, aber da können wir uns ganz gut absprechen“, fügt Huntke hinzu.

Aber nicht nur während der Feier sind Absprachen wichtig, auch den Aufwand drumherum teilen sich die Huntloser.

Der 25-jährige Huntke kümmert sich vor allem um die Verwaltung, Oetjen ist mehr für die Werbung auf Facebook oder Instagram zuständig. „Wir sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Hinter uns haben wir jede Menge Leute, die uns unterstützen und zu unseren Partys kommen“, erzählt Huntke.

Für die Zukunft hat sich Huntebeat vorgenommen, eigene Lieder zu produzieren. „Ich probiere da schon ein bisschen herum, stelle dann aber häufig fest, dass es so ein Lied schon irgendwo gibt. Man hat ja so viel Musik im Kopf“, sagt Oetjen. Um einen Song selbst zu komponieren, müsse man schon Musikwissen mitbringen, erklären die beiden. „Wir haben Spaß an der Sache und das Komponieren ist ein langfristiges Projekt“, blickt Huntke nach vorne. Der Blick zurück zeigt: Von den zwei Jungs mit dem CD–Player und der Discokugel sind die beiden Huntloser schon meilenweit entfernt.

Mareike Wübben
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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