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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

In Garten-Mitte öffnet sich eine Galaxie

26.06.2010

BOOKHOLZBERG Leo el Loco brüllt vor Freude. Der „verrückte Löwe“, wie sich der 74-Jährige nennt, zeigt auf eine Granitplatte in der Einfahrt: „Du bist darüber gelaufen. Das ist ein gutes Zeichen“, sagt der Mann mit dem weißen Rauschebart und der bunten Fischermütze.

Leo heißt bürgerlich Gerhard Wenk. Seit zwölf Jahren lebt er mit seiner Partnerin im Vollersweg in Bookholzberg. Sein 900 Quadratmeter großes Grundstück gestaltete er im Sinne der fernöstlichen Philosophie „Feng Shui“, die auch Teil seiner Lebensweise wurde. Er hat sie auf Geschäftsreisen nach Asien kennengelernt.

„Feng Shui“ ist die Kunst vom Leben in Harmonie mit der Umgebung. In asiatischen Ländern wie China gehört „Feng Shui“ seit Jahrhunderten zum Alltag. Häuser und Gärten werden nach dieser Kunst ausgerichtet und gestaltet.

Leo hat seinen Garten nach diesem Prinzip angelegt. In der Mitte öffnet sich das Universum. Ein spiralförmiges Kräuterbeet in Form unserer Galaxie, der „Milchstraße“, schraubt sich aus dem Boden. Vier Meter misst die „Galaxie“ im Durchmesser, 2,20 Meter ist sie hoch.

Leo deutet auf einen kleinen Punkt im äußeren Arm der Spirale: „Hier ist die Erde.“ Die Steine sind aus 300 Millionen Jahren altem Ruhr-Sandstein, aus dem früher Burgen und Kastelle gebaut wurden.

Wer konventionelle Gärten mag, findet an diesem Garten vermutlich wenig Gefallen. Kein Rhododendron, keine Koniferen, kein Golf-Rasen.

Den einzigen Nadelbaum in seinem Garten fällte Leo zu Gunsten einer 25 Quadratmeter großen Brennnessel-Wiese. Manch Hobby-Gärtner würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Leo nicht. „Brennnesseln sind Wirtspflanzen für neun Schmetterlingsarten. Die meisten sind am Aussterben. Hier können sie leben“, sagt der 74-Jährige.

In seinem Garten hat die Natur das Sagen. Ein alter Sonnenschirm gibt einer fünf Meter hohen Prunkwinde Halt. Auf der Terrasse greift China-Schilf Raum.

Unweit der Kräuterspirale steht ein japanischer Edel-Ahorn. Seine zarten Blätter leuchten in der Nachmittagssonne. Besonders prächtig blüht „Madame President“ – eine Clematis-Art, die aus Indien stammt.

Der Garten von „Leo el Loco“ ist nicht akkurat und nicht besonders aufgeräumt. Aber er bietet unzähligen Vogel- und Insektenarten einen Platz zum Leben. Auch Eichhörnchen haben hier ein Zuhause. Einmal kam sogar ein Reh vorbei, schwärmt Leo und lehnt sich zurück in einen alten Strandkorb.

Felix Frerichs Nordenham / Redaktion Nordenham
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