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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wie der Pflanzenstängel zur Singlewohnung wird

20.06.2018

Wildbienen und die ebenfalls einzeln lebenden Solitärwespen gehören zu einem naturnahen Garten. Wildbienen bestäuben viele Pflanzen, während Grab- und Wegwespen dazu beitragen, „Schadinsekten“ zu regulieren. Nisthilfen können die Ansiedlung solcher Arten erheblich beschleunigen.

Ein noch so schönes Insektenhaus bringt allerdings wenig, wenn im Garten ein englischer Rasen und asphaltierte Flächen dominieren. Wo sollen die Insekten da Nistmaterial und Nahrung finden?

Einzeln lebende Bienen und Wespen bilden keine Staaten, sondern die Weibchen bauen Brutröhren in morschem Holz, in Steinspalten, im Sand, in alten Zaunpfählen, in lückigem Mauerwerk und in Pflanzenstängeln. Die meisten Arten haben sehr besondere Anforderungen an ihren Niststandort. Die Weibchen versorgen ihre Brut allein mit Blütenstaub, Nektar oder mit gelähmten Insekten und ihren Larven oder mit Spinnen. Alle Brutkammern werden mit Lehm, Harz oder Sand verschlossen. Alle diese Arten sind für den Menschen völlig ungefährlich!

Als Nisthilfe gut geeignet sind die im Handel erhältlichen Niststeine wie das „Hotel zur wilden Biene“ und Bündel aus Bambus und Schilf mit fünf bis zwölf Millimetern Durchmesser, deren Stängel kurz vor dem Knoten glatt durchgeschnitten werden. Wichtig ist eine regensichere Umhüllung wie eine Holzkiste, ein Blumentopf oder eine Blechdose. Etwas aufwändiger sind Baumscheiben oder Holzklötze aus nicht harzendem Hartholz wie Buche, Eiche oder Obstbaumholz, in die unterschiedlich große Löcher mit zwei bis zehn Millimeter Durchmesser und bis zu 15 Zentimeter Tiefe gebohrt werden. Die Löcher sollten nicht ins Hirnholz (mit Jahresringen), sondern ins Längsholz gebohrt werden, um Risse und somit das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Solche Insektenhäuser kann man leicht selbst bauen. Gekaufte Häuser sollten möglichst aus Schilfstängeln und Niststeinen bestehen. Kleine Äste und Wurzeln als Füllmaterial sind überflüssig. Mit einem moosgefüllten umgedrehten Tontopf lässt sich übrigens eine einfache Nisthilfe für Hummeln herstellen.

Nisthilfen sollten an sonnigen, wind- und regengeschützten Plätzen angebracht werden und benötigen keine Pflege. Als Schutz vor Vögeln, insbesondere Meisen, Kleibern und Spechten empfiehlt es sich, einen Schutz aus Draht anzubringen, anderenfalls können die Vögel die Halme heraus zupfen.

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