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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

PROJEKT: Jugendliche „schenken“ gerne ihre Zeit

17.06.2006

SANDHATTEN Das Projekt hinterlässt bei Jung und Alt großen Eindruck. Die Jugendlichen haben ihre Besuche gut vorbereitet.

Von Stephan Onnen SANDHATTEN - Lukas Vogt und Alexander Heltriegel haben keine Scheu: Ganz unbefangen setzen sich die beiden Konfirmanden zu Dietrich Strudthoff. Der 86-jährige Bewohner des Sandhatter Seniorenheimes freut sich über das Gespräch mit den Jugendlichen und beantwortet gerne ihre Fragen: „Warum sind Sie im Heim?“, „Fühlen Sie sich wohl hier?“ und „Sind sie manchmal einsam?“ Diese und andere Fragen haben sich die Jungen vorher im Konfirmanden-Unterricht selber ausgedacht. Auch über das Thema Demenz haben sie sich informiert. Von dieser Krankheit ist Dietrich Strudthoff zum Glück verschont geblieben. Er redet offen mit den Jugendlichen: „Ich kann mich nicht beklagen, die Betreuung ist sehr gut“, lobt der gebürtige Falkenburger, „aber das Zuhause ersetzen kann ein Heim nicht.“

Gemeinsam mit Lukas Vogt und Alexander Heltriegel sind an diesem Nachmittag auch Lucas Nieland und Kai Bienert ins Altenheim gekommen. Sie gehen ebenfalls von Tisch zu Tisch, stellen sich vor und beginnen ein Gespräch mit den Senioren. Aus Anneliese Grotelüschen sprudelt es nur so hervor – die 88-Jährige freut sich über das Interesse der Jungen und legt auf dem Sofa den Arm um Lucas. „Uns geht es darum, den Konfirmanden zu zeigen, dass der Besuchsdienst ein wichtiger Arbeitsbereich der Kirchengemeinde ist“, erläutert Pfarrer Jürgen Menzel die Intention des Projekts, das zum vierten Mal stattfindet.

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Diesmal nehmen 47 Konfirmanden, die im Frühjahr 2007 eingesegnet werden, daran teil. Sie haben in dieser und in der vergangenen Woche in Gruppen die beiden Seniorenheime in Sandhatten und Kirchhatten besucht. „Sie haben den alten Menschen ihre Zeit geschenkt“, freut sich Anke Braun, die die Jugendlichen bei den Besuchen begleitet, „alle haben viel Geduld mitgebracht, keiner hat auf die Uhr geguckt“, lobt die Gemeindekirchenrätin, die sich Ähnliches auch für ihren regulären Besuchsdienst wünscht. Alle 14 Tage ist sie montags in Kirchhatten und freitags in Sandhatten, um mit den Heimbewohnern zu sprechen und ihnen zuzuhören. „Ich könnte Unterstützung gebrauchen“, sagt Anke Braun. Wer Interesse hat, beim Besuchsdienst mitzumachen, kann sich bei ihr unter 04482/1228 melden.

Den Konfirmanden haben die Besuche jedenfalls nichts ausgemacht: „Das ist überhaupt nicht so schlimm wie man sich das vielleicht vorstellt“, sagt Lucas Vogt, „eigentlich ist es im Sandhatter Heim sogar ganz schön.“ Dass das Altenheim-Projekt für die Konfirmanden eine wichtige Erfahrung ist, weiß Pfarrer Menzel aus den vergangenen Jahren: „Das hinterlässt neben der gemeinsamen Wochenendfreizeit den größten Eindruck.“ Der jüngst konfirmierte Jahrgang hat sogar 160 Euro für die Arbeit des Besuchsdienstes gespendet.

Das Engagement der Jugendlichen findet Dietrich Strudthoff „sehr lobenswert“. Sie seien „aufgeschlossen und wissbegierig“, freut sich der 86-Jährige. Solche Begegnungen zwischen Jung und Alt seien „sehr lehrreich“ – treffender könnte das Resümee des Konfirmanden-Projekts nicht ausfallen.

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