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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Besuch In Ganderkesee: Was Friedhofswärter so alles erleben

19.11.2016

Ganderkesee In diesen Tagen ist es wieder besonders schlimm: Grünabfälle in der Restmülltonne, Draht oder Scherben im Komposthaufen – „und wir müssen das alles auseinandersortieren“, hadert Gerald Helmbold mit der mangelhaften Mülltrennung mancher Besucher auf dem Friedhof in Ganderkesee. Das beschert dem Friedhofswärter und seinen Kollegen vor dem Totensonntag mehr Arbeit als sonst, denn nicht jeder lässt bei der Grabpflege die gebotene Sorgfalt walten.

Allerdings sind ein paar verwelkte Blumen in der schwarzen Tonne ein Klacks gegen das, was sonst schon mal auf dem Friedhof abgeladen wird: „Es gibt Leute, die nehmen ihren Müll von zuhause mit hierher", berichtet Helmbold. Rasenschnitt, der in der Plastiktüte unauffällig transportiert und dann in die Gitterboxen für die Grünabfälle gekippt wird, lässt sich noch ertragen, Elektroschrott verursacht schon mehr Arbeit und Kosten. „Wir hatten aber auch mal Fischreste hier liegen – das war ein widerlicher Gestank“, erinnert sich der Friedhofswärter.

Willkommene Abkürzung

Mit der sprichwörtlichen Friedhofsruhe zwischen den 8800 Grabstellen an der Urneburger Straße nehmen es nicht alle Passanten so genau. Helmbold und seine zwei Kollegen ärgern sich in jüngster Zeit vermehrt über Radfahrer, die das 34.000 Quadratmeter große Gelände als Abkürzung auf dem Weg in den Ort durchqueren. Trauernde oder Menschen bei der Grabpflege fühlen sich dadurch belästigt. Zurückgegangen sind indes Fälle von Ruhestörung und Vandalismus: Dass Grabsteine umgeworfen werden, ist länger nicht mehr vorgekommen. „Sowas ist für die Angehörigen immer schwer zu verkraften“, weiß Gerald Helmbold aber um die Wirkung solcher unbedachten Taten.

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Anzeige bei Diebstahl

Keinen Spaß verstehen die Mitarbeiter, wenn Pflanzen oder Grabschmuck gestohlen werden. „Vor allem im Herbst erleben wir das öfter“, sagt Helmbold. Wenn er sieht, dass eine Schale vom Grab genommen oder eine Pflanze ausgegraben wird, spricht er die Betreffenden stets an – auch wenn sich hinterher herausstellt, dass sie für die Grabstelle nutzungsberechtigt sind. Sind sie es nicht, „dann fackel’ ich nicht lange“ – dann gibt es eine Anzeige.

Manchmal muss er aber auch darauf bestehen, dass Dinge von den letzten Ruhestätten entfernt werden. Schmunzelnd erinnert sich Helmbold an den Mann, der eine Grabstelle mit einer Platte abgedeckt und diese mit Badezimmerfliesen gekachelt hat. Das ist nicht nur unschön, sondern verboten: Mindestens ein Drittel des Grabes muss unbedeckt bleiben – das schreibt die Friedhofsordnung vor. Auch die durchgesägte Tischplatte, die ein Angehöriger eingegraben und mit Holzbuchstaben aus dem Baumarkt beklebt hatte, musste wieder verschwinden.

Seit mehr als 20 Jahren ist Gerald Helmbold für die Friedhöfe in Ganderkesee und Bookholzberg zuständig. In dieser Zeit hat der 55-Jährige so einiges erlebt, was an diesen Orten der Ruhe und der Würde unangemessen ist: Diebstähle, mutwillige Zerstörungen oder Schnapsleichen vom Fasching. Aber er hat auch viel Schönes gesehen: „Der Friedhof ist auch eine Begegnungsstätte“, betont Helmbold. „Hier treffen Leute, die einen lieben Menschen verloren haben, auf andere, denen das Gleiche passiert ist.“ Dabei entstehen sogar neue Beziehungen. Helmbold kennt ein älteres Paar, das sich an den Gräbern ihrer verstorbenen Partner begegnet ist. „Die beiden haben sich hier ineinander verliebt und leben jetzt zusammen.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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