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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ehrenamt: Kleines Team mit viel Know-how

18.07.2014

Sandkrug Etwas verblichen schimmert das Titelblatt der Oldenburgisch-Ostfriesischen Landeszeitung vom 12. Mai 1912 durch die Klarsichthülle hindurch. Schriftsetzer Herbert Lindhorst hält es in die Höhe, damit alle 20 Landfrauen aus Littel die Seite auch gut sehen können.

Beim besten Willen nicht übersehen können die Gäste des Sandkruger Druckereimuseums die Maschine, auf der die Nachrichten damals gedruckt worden sind. Die halbautomatische Stoppzylinderpresse ist so groß wie ein moderner Kleinwagen und wurde 1902 in der Maschinenfabrik Rockstroh + Schneider Nachfahren AG, Dresden-Heidenau, gebaut. Per Hand musste jede einzelne Seite eingelegt werden – ein Job, den häufig Frauen ausübten – und das im Tempo der Maschine. War der Mensch zu langsam, verschmierte die Druckerschwärze den sogenannten „Aufzug“. Die Folge: eine Zwangspause, in der die Maschine gereinigt werden musste, und ein schlecht gelaunter Drucker.

Es sind Geschichten wie diese, die die alte Drucktechnik auch heute noch lebendig werden lassen. Im vor 25 Jahren als „Fachwerkstatt alte Druckerei“ von Peter Bachmann, Gerd Göttig, Horst Kolter und Werner Weber gegründeten Druckereimuseum an der Astruper Straße kümmert sich ein kleines Team Ehrenamtlicher nur wenige Meter hinter dem Ortseingang darum, dass die „schwarze Kunst“ nicht in Vergessenheit gerät. Zwei Monate nach dem Tod von Horst Kolter, der sich viele Jahre maßgeblich für Aufbau und Erhalt der Sammlung eingesetzt hat, kann es auch deshalb mit den regelmäßigen Führungen und Sonderterminen weitergehen, weil der dahinterstehende Förderverein auf ein hochqualifiziertes Team bauen kann, wie Vorstand Thomas Kolter, einer der Söhne des Mitgründers, betont.

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„Anpacker“ gesucht

Neben Schriftsetzer Herbert Lindhorst sind das: Silke Köhler (aktive Druckerin), Peter Mowe (Offsetdruck), Werner Major (Buchdruck), Günter Prante (Buchdruckmeister), Norbert Stellbrink (Buch- und Offsetdruck), Fred Tietjendiers (Buch- und Offsetdruck) sowie mit Heike Trosiener und Henning Erbs zwei branchenfremde Mitstreiter, die sich vorbildlich für das Museum einsetzen.

Dennoch hofft der Förderverein auf weiteren Zuwachs. „Wir schaffen es so gerade, sonntags zu öffnen und auf Wunsch Sonderführungen anzubieten“, sagt Thomas Kolter (45). Bevor sich sein Vater 2013 in den „zweiten Ruhestand“ zurückzog, war dieser fast ständig vor Ort gewesen, hatte Führungen gemacht und sich um die Sammlung gekümmert. Das kann heute kein anderer noch alleine leisten.

Das Interesse ist nach wie vor groß, wie Norbert Stellbrink erzählt. Nicht selten entwickelten sich amüsante Zwiegespräche auf den Rundgängen durch die 500 m² große, über drei Ebenen verteilte Ausstellung, erzählt der Buchdrucker im Ruhestand. Die Zeitdauer und Informationsdichte dürfen die Besucher selbst bestimmen. „Ich frage immer, wollt ihr 60 Minuten, 120 Minuten oder wollen wir den Bachelor machen“, lacht Stellbrink.

Im Museumsteam werden weitere engagierte Menschen, die Know-how aus anderen Handwerksberufen mitbringen, benötigt – über Elektriker oder Maler wären die Sandkruger beispielsweise sehr froh.

Wissen konservieren

Helfer vor Ort müssen keineswegs in den Förderverein eintreten, umgekehrt können aber Interessierte das Druckereimuseum über den Verein unterstützen, auch wenn sie sonst wenig Zeit zum Mithelfen haben. Was das hinter den gut erhaltenen, zum Teil noch funktionierenden Maschinen versteckte Fachwissen betrifft, gibt sich der 45-Jährige keinen Illusionen hin. Er ahnt, dass es in Zukunft nicht einfacher wird. „Das Wissen um die alten Drucktechniken wird schwierig zu konservieren sein“, so Kolter.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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