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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Knapp über der Gürtellinie

06.06.2014
Frage: Wo treiben Sie gerade Ihr Unwesen?
Krause: Ich bin am Flughafen in Hamburg. Gleich hebt mein Flieger nach Mallorca ab. Um halb drei heut Nacht trete ich dort auf. Und morgen Früh geht es um 8.40 Uhr zurück nach Deutschland.
Frage: Und wie entspannen Sie sich?
Krause: Beim Laufen – ich bin leidenschaftlicher Marathonläufer. Bis zu fünf mal die Woche wird trainiert. Heute Morgen bin ich traumhafte 90 Minuten durch Hamburg gejoggt.
Frage: Sind Sie schon immer so eine Sportskanone gewesen?
Krause: Ich habe mit 18 Jahren angefangen – damals mit dem Rauchen aufgehört und wahnsinnig zugenommen. Auf 92 Kilo. Sah scheiße aus, als der Bauch immer dicker geworden ist – die Beine sind dünn geblieben.
Frage: Hatten Sie da schon die Bühnenkarriere im Blick?
Krause: Kurz danach habe ich angefangen. Mit 21 Jahren bin ich im Oldenburger Landkreis aufgetreten – auch in der Fun Factory.
Frage: Haben Sie Erinnerungen an die Auftritte Wildeshausen?
Krause: Wenig. Wir reisen ja immer sehr spät an, da hat man wenig Gelegenheit, sich umzusehen. Und bei 250 Auftritten im Jahr verschwinden Erinnerungen.
Frage: Auch an misslungene Auftritte? Gab es welche?
Krause: Das bleibt nach 17 Jahren nicht aus. Allerdings habe ich mit inzwischen etabliert. Ich bin kein Kulturschock mehr – die Leute wissen, was auf sie zukommt, wenn sie meine Konzerte besuchen.
Frage: Und zwar?
Krause: Ein Typ mit Leopardenhose, der Spaß macht.
Frage: Ein bisschen unter der Gürtellinie?
Krause: Knapp drüber.
Frage: Fühlen sich manche Leute beleidigt? Besonders feministisch sind Ihre Texte ja nicht...
Krause: Die Frau ist ein Wesen, dass gerne und oft besungen wird. Auch von mir. Aber ich beleidige Niemanden. Gegenwind gibt es allerdings immer. Das gehört zum Handwerk. Ich sehe mich aber nicht als Provokateur.
Frage: Sondern?
Krause: Als Stimmungsmacher. Meine Texte sollen unterhalten. Nicht die Welt verändern. Über Religion oder politische Themen würde ich nie singen. Ich bin für das Belanglose zuständig. Die Leute haben sowieso viel zu wenig zu lachen.
Frage: Können Sie auch ernst sein? Privat, als Familienvater?
Krause: Definitiv. Konsequenzen sind in der Erziehung wichtig. Man muss Kindern beibringen, Verantwortung zu übernehmen. Trotzdem hat meine Familie viel zu lachen – auch, wenn ich keine 24 Stunden am Tag Mickie Krause bin.
Frage: Ist Mickie Krause ein disziplinierter Mensch?
Krause: Absolut. Sonst hätte ich es nicht so weit geschafft. Bei mir ist alles akribisch durchgeplant – bei so vielen Auftritten muss man Zeitpläne einhalten. Das macht meinen Erfolg aus.
Frage: Wie haben Sie eigentlich Hell’s Kitchen überlebt?
Krause: Das weiß ich selber nicht. Es ist war die größte Herausforderung meines Lebens. Zwölf bis 14 Stunden Küchenarbeit, danach spülen und saubermachen – und irgendwer gleich wieder Chaos verursacht. Da bin schon mal durchgedreht – aber das wurde nicht gezeigt im Fernsehen. Zumindest noch nicht. Ich komme ganz gut weg, finde ich – wie man in solchen Sendungen dargestellt wird, ist vorher schlecht zu kalkulieren.
Frage: Hat Sie die Zeit verändert?
Krause: Ja. Ich habe gemerkt, wie wichtig mir meine Familie ist – die Drehzeit, zehn Tage, durfte ich nicht mit meinen Kindern telefonieren. Normaleweise rufe ich jeden Tag an.
Frage: Aber kochen können Sie jetzt?
Krause: Das konnte ich vorher schon. Nur nicht auf Sterne-Niveau. Meine Passionsfrucht-Tarte habe ich schon für meine Familie nachgemacht. Normalerweise ist meine Frau der Küchenchef.
Frage: Und Sie? Der neue König von Mallorca?
Krause: Das ist Jürgen Drews. Ich bin der wahre König. Als Freund und Vorbild erträgt der das.
Frage: Wollen Sie ihn überholen und bis zur Rente auf der Bühne stehen?
Krause: Warum nicht. Bis 63 kann ich weitermachen.
Frage: Ist das noch lustig?
Krause: Ich habe durchaus ein Gefühl dafür, zu merken, wann die Leute die Schnauze voll von mir haben. Wenn dem so ist, werde ich auch gehen. Aber so lange mache ich weiter. Im Alter will ich nicht mehr so viele Auftritte machen – aber ab und an. Wenn ich die 70 erreicht habe und es gibt eine Senioren-Disco in der Fun Factory bin ich auf jeden Fall dabei.
Lea Bernsmann
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2106

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