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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kokette Leichtigkeit schwebt durch Lichthof

15.11.2010

GANDERKESEE Das 46. Rathauskonzert am Sonnabend überraschte mit galanter Musik aus dem 18. Jahrhundert. Denn die Komponisten Johann Adolph Hasse, Johann Friedrich Fasch und Carl Heinrich Graun verstanden sich im Zeitalter der Aufklärung als Wegbereiter zur Klassik. So entzückten die musikalischen Kostproben dieses Abends durch kokette Leichtigkeit.

Andreas Arend (Laute) und das polnische Streichquartett, herausgelöst aus dem Ensemble Arte di Suonatori, mit Aureliusz Golinski (1. Violine), Ewa Golinska (2. Violine), Ania Nowak (Viola) und Tomasz Pokrzywinski (Violoncello) eröffneten den musikalischen Reigen mit einer Ouvertüre zur Oper Euristeo von Hasse in eben dieser Leichtigkeit .

Noch entzückender übermittelte die baskische Sängerin June Telletxea durch ihren lieblichen und doch kraftvollen Koloratursopran Opernarien aus der Zeit des Rokoko. Das zarte Persönchen sang sich mit ihrer Ausstrahlung vom ersten Ton an in die Herzen der Zuhörer. Lupenrein erklang ihre Stimme bei den dramatischen auf italienisch gesungenen Arien.

Ihr Charisma übertrug sich auch auf die fünf Musiker, wobei Andreas Arend die Seele des Ensembles zu verkörpern schien.

Nach der Pause übertraf das Concerto ad libitum alles bisher Gehörte: Laute und Streichquartett improvisierten im Stile der damaligen Zeit über das Thema „Marseillaise“, wobei sich Andreas Arend vermeintlich derart in seine Soli verliebte, dass er das Verschwinden dreier Streicher gar nicht bemerkte. Als er dann doch nur noch seinen „sitzen gebliebenen“ Cellisten entdeckte, beflügelte ihn die kurze Irritation zu neuen Höhenflügen. Seine an sich schon gespielten Schlusstakte variierte er in immer neuen Kreationen, konnte sich an sich selbst nicht satt hören. Fröhlicher Applaus!

Ernst dagegen Arends Komposition „Sternstaub“ nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe: Sphärische Klänge der beiden Geigen, der Bratsche und des Soprans – ein eindrucksvolles Werk des 1968 geborenen Komponisten.

Das Streichquartett op. 20 Nr. 4 von Joseph Haydn fiel durch seine klassische Form etwas aus dem Rahmen. Zeitgenössisch kam die Zugabe mit dem Studentenlied von Sperontes: „Ich bin so, wie ich bin“. Dies gilt für alle Musiker des Abends: Sie sind so, wie sie sind: großartig.

Das nächste Rathauskonzert findet am Sonnabend, 29. Januar 2011, mit dem Amaryllis-Streichquartett statt – mit Werken von Haydn, Berg und Beethoven.

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