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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Konfirmation nicht auf Geld reduzieren“

18.04.2009

Von Frank Jacob

Frage: Herr Kalisch, an diesem Wochenende beginnt die Zeit der Konfirmationen. Geht es den jungen Leuten dabei nur noch um finanzielle Aspekte?

Kalisch: Das müssten sie eigentlich die Jugendlichen fragen. Einigen geht es sicherlich um Geld. Dem einen oder anderen ist es aber auch wichtig, zu Gott zu finden und sich segnen zu lassen. Ich würde die Konfirmation nicht nur aufs Oberflächliche, aufs Geld beziehen und schlecht reden.

Frage: Welchen Stellenwert hat die Konfirmation heutzutage für die Jugendlichen?

Kalisch: In unserer Gegend hat die Konfirmation eine gute Tradition, die für die jungen Leute ganz wichtig ist. Deswegen machen das viele mit. Die Konfirmation hat also einen hohen Stellenwert, das bestätigt auch die Zahl der Konfirmanden, die bei weit über 80 Prozent liegt.

Frage: Kritiker sehen in der formellen Einsegnung de facto eine Aussegnung. Für viele Konfirmanden sei die Feier der vorläufig letzte Kontakt zur Kirchengemeinde. Können Sie das für Ganderkesee bestätigen?

Kalisch: Wir bilden da keine Ausnahme. Die Konfirmation fällt ja in den Übergang ins Erwachsenenleben. Die Jugendlichen sind da auch durch andere Dinge gefordert. Schule, Berufswahl und Ausbildung sind für sie in dieser Zeit besonders wichtig. Glauben kann man dann immer noch, wenn’s nötig ist.

Frage: In Ganderkesee wurde von wöchentlichem Konfirmandenunterricht auf Blockunterricht umgestellt. Warum?

Kalisch: Der Hauptgrund war die Einführung der Ganztagsschule. Wenn bis 16 Uhr Schulunterricht war, konnten die jungen Leute nicht um 15 Uhr zum Konfirmandenunterricht kommen. Die Hauptthemen werden inzwischen am Wochenende von wechselnden Pastoren vermittelt.

Frage: Wie hat sich diese Umstellung ausgewirkt?

Kalisch: Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Die Jugendlichen können sich die Zeit so besser einteilen und den Unterricht besser in ihrem Terminkalender unterbringen. Außerdem lernen sie auch die anderen Pastoren kennen. Zudem besteht die Möglichkeit, den Termin der Konfirmation frei zu wählen. Ein Nachteil ist natürlich, dass weniger persönliche Beziehungen aufgebaut werden. Manche Konfirmanden sieht man so nur zweimal.

Frage: Welche Rechte erhält ein Jugendlicher durch die Konfirmation in der Kirchengemeinde?

Kalisch: Die Jugendlichen können nach der Konfirmation ein Patenamt ausüben, also bei einer Säuglings- oder Kleinkindtaufe als Pate zur Seite stehen. Außerdem haben sie das Wahlrecht zum Kirchenrat. Ab 18 Jahren können sie sich dann auch für die Wahl zum Gemeindekirchenrat aufstellen lassen.

Frage: Es ist eine gute Tradition, zur Konfirmation eine Ausgabe der Bibel oder des Evangelischen Gesangbuchs zu schenken – auch in Ganderkesee?

Kalisch: Das Gesangbuch brauchen die Jugendlichen ja eher in der Zeit, in der sie den Gottesdienst besuchen. Aber eine gute Tradition ist das schon. Schließlich stehen ja nicht nur Lieder im Gesangbuch. Von Seiten der Eltern weiß ich aber auch, dass sie ihren Kindern „Zeit“ schenken, also zum Beispiel eine Reise oder einen Angelausflug. Solche Geschenke auf Beziehungsebene behält man fürs Leben.

„Geschenke auf Beziehungsebene behält man fürs Leben“

An diesem Wochenende beginnt die Zeit der Konfirmationen. Dabei geht es nicht nur um Geld, weiß Pastor Michael Kalisch (59).

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