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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Tatort: „Krimi mit Aktenarbeit will keiner sehen“

12.11.2016

Frage: Tausend Folgen „Tatort“ – wie viele davon haben Sie denn so gesehen?

Geerken: Die Hälfte, schätze ich. Der Sonntagabend mit dem „Tatort“ ist bei uns heilig.

Stratmann: Bei mir waren es natürlich längst nicht so viele, obwohl meine Eltern das immer gerne gucken. Ich richte meinen Sonntagabend nicht nach dem „Tatort“ aus. 

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Frage: Aber Sie gucken ihn schon mal ganz gerne?

Stratmann: Ja klar, wenn es sich ergibt und ich gemütlich auf dem Sofa liege.

Frage: Ist das für Sie denn pure Unterhaltung oder schaut man als Polizist auch immer mit dem professionellen Blick darauf?

Geerken: Man vergleicht das schon mit der eigenen Arbeit. Aber da gibt es natürlich gravierende Unterschiede. Wenn ich schon sehe, dass die Ermittler mit dem eigenen Auto zum Tatort fahren . . .

Stratmann: Im „Tatort“ geht es nun mal um unseren Fachbereich. Wenn Sie einen Journalistenfilm anschauen, würden Sie ja auch auf die Fehler achten.

Frage: Stimmt. Welche Fehler fallen Ihnen denn im „Tatort“ besonders auf?

Stratmann: Dass die Kommissare ständig draußen sind. In Wirklichkeit findet die Arbeit ja viel mehr im Dienstgebäude statt.

Frage: Diese typische „Tatort“-Frage an der Haustür – „Wir haben ein paar Fragen an Sie, dürfen wir reinkommen?“ – gibt es also gar nicht so oft?

Stratmann: Nein, ganz selten. Und auch diese häufig gezeigte Szene, dass der eine Ermittler Fragen stellt und der andere sich dabei in der Wohnung umsieht und Schreibtische durchwühlt, wäre in der Praxis unvorstellbar. Dafür brauchen wir immer eine Anordnung. Überhaupt: Unsere ganze Aktenarbeit findet im „Tatort“ gar nicht statt.

Geerken: Dann würde aber wohl auch kaum jemand den „Tatort“ gucken.

Frage: Wird denn bei der Polizei am Montagmorgen über den „Tatort“ diskutiert?

Geerken: Das hängt vom Thema ab. Wenn das mit unserer Arbeit zu tun hat, reden wir schon mal darüber.

Stratmann: Ich kann mich erinnern, dass wir einmal mit mehreren Kollegen den „Tatort“ angesehen haben. Da wurde ein Minderjähriger mal eben so in die Zelle gesperrt. Das fanden wir echt amüsant. Sowas geht natürlich nur unter strengen Auflagen.

Frage: Gibt es denn andere Krimiserien, die näher dran sind am Polizeialltag?

Geerken: Da fällt mir eigentlich keine ein. Beim „Großstadtrevier“ wird jedenfalls noch mehr übertrieben.

Frage: Welche „Tatort“-Ermittler mögen Sie am liebsten?

Geerken: Börne und Thiel in Münster. Da freue ich mich immer über die Sprüche.

Stratmann: Die beiden sehe ich auch gern. Obwohl in der Realität natürlich niemals ein Gerichtsmediziner mit ermitteln würde.

Frage: Was halten Sie von Til Schweiger als Kommissar?

Geerken: Die Folgen mit ihm bieten Hochspannung, aber . . .

Stratmann: . . . das ist natürlich kein „Tatort“, der realistisch ist. Da stürmen zwei Polizisten mit der Pistole in der Hand mal eben einen Raum mit lauter Schwerkriminellen. Das ist normalerweise ein Fall für das Spezialeinsatzkommando.

Frage: Herr Geerken, Sie sind in Ganderkesee für Betrugsdelikte zuständig. Würden Sie nicht gerne mal einen „Tatort“ ohne Leiche sehen, dafür mit einem richtig interessanten Betrugsfall?

Geerken: Das würde ja keiner gucken. Im „Tatort“ muss nun mal Spannung drin sein. Und heutzutage auch Schnelligkeit. Ich persönlich finde viele der alten „Tatort“-Folgen besser, die ruhiger abliefen. Die waren leichter zu verfolgen.

Frage: Wie fanden Sie Kommissar Schimanski?

Geerken: Den habe ich immer gerne gesehen. Obwohl seine Fälle natürlich auch völlig unrealistisch waren.

Frage: Schimanski und auch viele andere „Tatort“-Kommissare haben ein ziemlich kaputtes Privatleben. Ist das normal in Ihrem Beruf?

Stratmann: Gerade in letzter Zeit ist im „Tatort“ öfter zu sehen, dass die Ermittler Familie und Beruf nicht unter einen Hut bekommen. Bei uns ist das definitiv nicht so. Die Polizei – zumindest hier in Niedersachsen – wendet das Audit Beruf und Familie an. Das ist ein Instrument zur familienorientierten Personalplanung. Es gibt bei uns viele Teilzeitstellen und gegenseitige Unterstützung.

Geerken: Und wir nehmen uns auch keine Arbeit mit nach Hause.

Stratmann: Kann sein, dass das in einer Mordkommission schon mal vorkommt. Aber auch da ist es bestimmt nicht die Regel.


NWZ TV    zeigt einen eigenen Tatort unter   www.nwzplay.de 
Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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