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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Geburtstag: Lager voll Gerümpel in ein Museum verwandelt

16.04.2016

Ganderkesee Wenn in Ganderkesee der Begriff „Heimatstube“ fällt, dann werden in einem Atemzug oft zwei Namen genannt: Elfriede und Werner Sotta. Das ist kein Zufall. In jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit haben die Eheleute, unterstützt durch Helfer, aus einer Ansammlung alter Handwerksgeräte, Kleider oder Möbel ein Museum gemacht – eben die „Heimatstube“ des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee in der alten Schule in Bürstel. An diesem Sonnabend feiert Elfriede Sotta ihren 90. Geburtstag – und macht keinen Hehl daraus: „Stolz wie Oskar“ sei sie auf ihr Lebenswerk.

Elfriede Oetken, so ihr Mädchenname, wurde am 16. April 1926 genau in dem Haus am Fahrener Weg geboren, in dem sie heute mit „ihrem“ Werner lebt. Mitten im Zweiten Weltkrieg, 1942 bis 1944, absolvierte sie eine Lehre zum „Bankkaufmann“. Die Bezeichnung Bankkauffrau habe es damals noch nicht gegeben, „Bankkaufmännin“ sei sie mal auf einem Brief genannt worden, erinnert sie sich amüsiert. Schon mit 18 leitete sie die Spar- und Darlehnskasse Hasbergen in Neuendeel.

Was folgte, war kein Zuckerschlecken. 1946 heiratete sie, zwei Kinder wurden geboren. Aber schon 1950 musste sie sich mit den beiden allein durchschlagen.

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Nach einer Arbeit bei einer Baustoffhandlung stieß die Ganderkeseerin im September 1952 auf eine „kleine Anzeige“: Die damalige Spar- und Darlehnskasse Huchting suchte einen Mitarbeiter. Sie griff zu und blieb – „36 Jahre“. 1964 lernte sie Werner Sotta kennen, ein Jahr später traten die beiden vor den Traualtar.

Als Elfriede Sotta 1986 in den Ruhestand ging, kam das große Loch. „Was machst du bloß?“, fragte sie sich – lernte erst mal Schwimmen, fing mit Gymnastik an. Bei einem Kaffeekränzchen kam eine ganz andere Herausforderung auf sie zu: Helga Warfelmann bat sie, für den Vorsitz des Orts- und Heimatvereins (OHV) zu kandidieren (der Verein hatte drei gleichberechtigte Vorsitzende).

Sie willigte ein, wurde 1988 gewählt. Wer da allerdings eine „Quotenfrau“ erwartet hatte, lag falsch: Die damals 62-Jährige stand couragiert ihre Frau, setzte eigene Schwerpunkte.

Einer davon: die Heimatstube. Schon seit Jahrzehnten waren in Ganderkesee potenzielle Exponate aus Handwerken und Haushalt, aber auch viel Gerümpel gesammelt worden. Und: 1986 hatte die Gemeinde dem OHV zunächst einen Raum in der alten Bürsteler Schule als Lager zur Verfügung gestellt, später folgten weitere Räume. Jetzt ging’s ans Werk: Mit System wurde weitergesammelt, restauriert, sortiert, Dorfgeschichte festgehalten. Schritt für Schritt entstand ein „Museum“ (ein Begriff, den Elfriede Sotta, immer bescheiden, gar nicht gern hört). Stets als Motor vorneweg: Elfriede und Werner Sotta.

Gesundheitliche Gründe bremsten schließlich ihren Elan. 2004 zogen sich die beiden aus der Heimatstube zurück, die ihnen „viel Arbeit, aber noch mehr Freude“ bereitet habe. In Günter Fleischer fanden sie den gewünschten Nachfolger.

Und ein Fazit? „Ich habe manch einen Eimer Wasser über den Kopf gekriegt“, sagt die Ganderkeseerin. „Aber ich hab’ mich geschüttelt und bin wieder aufgestanden.“ Doch der letzte Eimer, der mache ihr zu schaffen. Seit September 2015 ist Elfriede Sotta erblindet.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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