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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Große Reise mit Nötigstem im Gepäck

26.05.2018

Landkreis Gestatten? Alex sein Name. Genauer gesagt Alex Freier Fremder Tischler. Seinen Familiennamen darf der 22-Jährige nicht verraten. Alex ist Wandergeselle und befindet sich seit knapp sieben Monaten auf der Reise, die ihn dieser Tage auch durch den Landkreis Oldenburg und Wildeshausen geführt hat. Alex bezeichnet sich als Fremder, weil er mit Beginn seiner Wanderschaft in die Fremde losgezogen ist.

Drei Jahre und einen Tag lang muss der junge Tischler-Geselle aus Dresden mindestens auf Wanderschaft sein. Er darf sich seiner Heimatstadt nicht mehr als 50 Kilometer nähern. Nach seiner Gesellenprüfung wurde er „frei“ gesprochen. Zweieinhalb Jahre habe er über seine Entscheidung, diesen traditionellen Weg zu nehmen, nachgedacht. „Meine ganze Ausbildung über habe ich es mir durch den Kopf gehen lassen. Im Grund genommen hatte ich aber nichts zu verlieren“, sagt Alex. Seine Familie habe ihn bei seiner Entscheidung unterstützt.

Nur das Nötigste dabei

Seit Hunderten von Jahren ziehen junge Handwerker durchs Land, um andere Regionen und Kulturen kennenzulernen sowie neue handwerkliche Fähigkeiten zu erwerben. 500 bis 700 Wandergesellen gebe es derzeit, schätzt Alex. Unter ihnen seien auch viele Frauen.

Die Woche vor seinem Aufbruch war für den 22-Jährigen nach eigenen Angaben recht schlimm. „Nachdem ich aber symbolisch über das Ortsschild geklettert bin, habe ich nicht mehr zurückgeschaut.“ Jetzt ist er auf sich alleine gestellt, lebt von der Hand in den Mund.

Dabei hat er nur das Nötigste im Gepäck. Es besteht aus seinem Stenz – einem gewundenen Wanderstock – einem Schlafsack, Werkzeug, einigen Wechselklamotten, einer Landkarte und einem Tagebuch. Ein Handy hat er nicht dabei. Eine Landkarte hilft ihm bei der Orientierung und wenn Alex mit seiner Familie sprechen möchte, dann schreibt er einen Brief, eine Mail oder ruft an, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Seine Wanderschaft hat den 22-Jährigen schon durch Leipzig, Berlin, Köln oder Bonn geführt. Auch auf Rügen war er bereits. „Ich würde gerne den Norden noch etwas weiter erkunden. Ihr habt es hier echt schön“. sagt er. Allgemein seien die Menschen in dörflichen Regionen freundlicher und offener ihm gegenüber. Das mache auch das Trampen einfacher. „Ich bin einmal 800 Kilometer an einem Tag gekommen. Ein anderes Mal hielt ich bei Minusgraden zwei Stunden lang den Daumen raus und hatte kein Glück“, berichtet Alex.

Viele Eindrücke und Orte

Er habe Gegenden gesehen, die er ohne die Wanderschaft vermutlich nie kennenlernen würde. „Ich habe jetzt schon so viele Eindrücke mitgenommen und komme manchmal aus dem Staunen nicht raus“, sagt Alex.

Höchstens drei Monate dürfe er an einem Ort bleiben und dort arbeiten. Dann gehe die Wanderschaft weiter. „Ich würde gerne Ostfriesland erkunden. Freiburg soll auch schön sein“, sagte er. Genug Zeit, um noch einmal komplett durch Deutschland zu reisen, hat der 22-Jährige. Zurück nach Hause darf er ohnehin erst in mindestens zwei Jahren und fünf Monaten.

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