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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Tradition: Letzte Schüsse am „Grünen Hof“

27.08.2014

Hoykenkamp Er ist der kleinste Verein im Schützenkreis Delmenhorst und Umgebung: der SV „Reserve“ Hoykenkamp. Doch trotz des stetigen Anstiegs auf inzwischen 35 Mitglieder wird der Verein Ende kommenden Monats seinen Schießbetrieb auf der Anlage am Gasthof Menkens („Zum Grünen Hof“) einstellen. Das bestätigte Vereinsvorsitzender Wilfried Witte (74) auf NWZ -Anfrage. Bis zum Jahresende solle der Verein, der 1935 gegründet wurde, dann offiziell aufgelöst werden.

Eine Ursache für die Einstellung des Schießbetriebs ist nach Darstellung Wittes die Erbschaftsregelung der Familie Menkens. Vater Adolf Menkens habe die Gaststätte seinem Sohn Gerhard vermacht, der den Betrieb bereits seit dem Jahr 2000 leitet. Der knapp 75 Meter lange Schießstand samt Grundstück ging an Bruder Bernd Menkens. Dieser verlange eine Pacht für die Anlage. Das könne sich der Verein nicht leisten, so Witte.

Als er von der Regelung erfuhr, habe er das Gespräch mit Menkens gesucht. Doch dieser habe sich nicht umstimmen lassen, berichtet der SV-Vorsitzende. Mit der Trennung von Gaststätte und Schießhalle seien weitere Investitionen erforderlich gewesen, etwa in eine Toilettenanlage. Das könne man sich nicht leisten. Mit dem Besitzerwechsel erlischt zudem die Erlaubnis zum Betrieb einer Schießstätte, erläutert Witte. Ein neuer Antrag wäre ebenfalls mit weiteren Kosten verbunden. Einstimmig habe eine Mitgliederversammlung daher die Auflösung des Vereins beschlossen. Die letzte große Veranstaltung soll der Königsball am Sonnabend, 20. September, werden. Hardy Mast geht als letzter König des Vereins in die Annalen ein.

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Wie Bernd Menkens (48) der NWZ  erläuterte, hat sein Großvater Hinrich 1935 den Schießstand gebaut. „Der Verein hat nie eine Miete bezahlt.“ In den knapp 80 Jahren sei so vermutlich eine Summe von rund 160 000 Euro zusammengekommen. Er selbst wolle den Verein nicht weiter sponsern, erklärte der Inhaber eines Montagebetriebs. Sobald der Verein die Schießhalle ausgeräumt habe, wolle er das Gebäude selbst nutzen.

Gastronom Gerhard Menkens bedauerte die Entscheidung seines Bruders. „Der Schützenverein war immer eine feste Institution im Dorf.“ Auch sein Vater habe nie eine Pacht verlangt. Ihm sei wichtig gewesen, dass die Anlage gepflegt werde. „Nun geht ein Stück Tradition“, bedauerte Gerhard Menkens.

Noch vergangenen Dienstag wurden auf der 5-Schuss-Anlage des SV die Kreismeisterschaften mit der Luftpistole ausgetragen. „So eine Anlage können nur wenige Vereine bieten“, schwärmt Witte. Jetzt verbleiben den Schützen nur noch wenige Übungsabende an alter Wirkungsstätte.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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