• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Literarisches Denkmal

04.09.2009

HUDE „Löwenstadt“ heißt das aktuelle Buch von Erich Loest. Wenn der kräftige Autor das Wort ausspricht, meint man die Raubkatzen vor sich zu sehen.

Aber nein, das Buch handelt nicht von ihm selbst, von dem Jungen, der noch in der Endphase des Zweiten Weltkriegs zu den „Werwölfen“ gepresst wurde, der später den Stasi-Knast ungebrochen überlebte, der sich als Krimi-Schriftsteller ein paar Jahre in der DDR durchschlug, weil er keine anderen Bücher schreiben durfte. Der schließlich in den Westen ausreisen konnte, und der 1990 entschlossen wieder in sein geliebtes Leipzig zurückkehrte. Um sich wieder einzuleben, kämpfend, natürlich.

„Löwenstadt“ ist ein Buch über Leipzig. „Es erzählt“, erläutert der Schriftsteller im Gespräch, „mein Buch ,Völkerschlachtdenkmal’ weiter.” 1984 war dieser Roman im Westen erschienen. Er berichtete von Fredi Linden, einem Mann, der das Völkerschlachtdenkmal – jenes steinerne Ungetüm am Rande Leipzigs, dass an die Befreiungskriegs-Schlacht gegen Napoleon 1813 erinnert – angeblich in die Luft sprengen wollte. Am Ende des Romans wurde der Mann verhaftet.

Doch Loest lässt bis heute nicht locker. In jeder Beziehung. Er hat nach 1989 seine DDR-Bespitzelung aufgeschrieben („Die Stasi war mein Eckermann“), sich mit dem berühmten „Reichsgericht” auseinandergesetzt, ein Buch über den 17. Juni verfasst („Sommergewitter“), mit der „Nikolaikirche“ die friedliche Revolution in Prosa gepackt. Nun setzt er das „Völkerschlachtdenkmal“ mit „Löwenstadt“ fort – und stellt Fragen: Wie ging es weiter? Was geschah nach 1989 mit dem verhafteten Mann, der das Denkmal sprengen wollte?

Löwenstadt, so Loest in seiner markigen, klaren Art, meint natürlich auch die Stadt Leipzig, die nach der Wende als Heldenstadt galt. „Hier brach man die Stasi-Macht, in Berlin öffnete man die Mauer: Das eine wäre ohne das andere nicht möglich gewesen.“

Der Mitte Juni mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnete Loest ist am Donnerstag, 10. September, im Rahmen der Huder 777-Jahr-Feier in der Peter-Ustinov-Schule zu Gast. Seine Lesung aus dem Roman „Löwenstadt“ beginnt um 20 Uhr im Forum. Anschließend steht der 83-Jährige für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Karten gibt es vorab in der Buchhandlung „Lesen und Mehr“ an der Parkstraße sowie im Bürgerservicebüro des Huder Rathauses.

Weitere Nachrichten:

MIT | Stasi | Peter-Ustinov-Schule

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.