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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Lüdeke macht Weltpremiere möglich

10.06.2008

GANDERKESEE Einer durfte nicht fehlen, als vor wenigen Tagen in Verden/Aller eine Weltpremiere stattfand – Werner Lüdeke. Denn ohne den Komponisten und Arrangeur aus Ganderkesee hätte es die Veranstaltung gar nicht gegeben. Lüdeke hatte einen Auftrag erledigt, bei dem zuvor mehrere befragte Musikgruppen abgewunken hatten: Er sorgte davon, dass der wiederentdeckte, aber als „unspielbar“ geltende Verdener Feuerwehrmarsch bei einem Konzert zu Gehör gebracht werden konnte.

Aber von Anfang an. Um 1870 war es, als ein Musiker namens Ludwig Weber zu Ehren des Verdener Feuerwehrhauptmanns Heinrich Söhl einen Feuerwehrmarsch komponierte. Ob dieser für Klavierstimme geschriebene Marsch jemals erklang, ist nicht überliefert. Das Stück geriet in Vergessenheit – bis die Noten vor mehreren Jahren im Historischen Museum Domherrenhaus in Verden wiederentdeckt wurden.

Das Museum überließ eine Kopie dem Verdener Feuerwehrmann Carl Bernhard Gramm, der sich in den Kopf setzte, dass der Marsch wieder erklingen solle. Nur: Wo Gramm auch anfragte, wurde mit Kopfschütteln reagiert – diese Noten seien unspielbar. Über Bandleader Harald Klocke wurde Gramm schließlich auf Werner Lüdeke in Ganderkesee aufmerksam. Und hier hatte er Glück.

Der Arrangeur übernahm den Auftrag. „Da musste eine ganze Partitur geschrieben werden“, erläuterte Lüdeke seine Arbeit. Aus Verden hatte er nur zwei handbeschriebene DIN-A-4-Blätter mit Noten erhalten – versehen mit der Anmerkung „Dem Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr H. Söhl achtungsvoll gewidmet“.

Zur Zeit der Komposition, so vermutet Lüdeke, sei der Marsch vermutlich in kleiner Besetzung gespielt wurden: „Klavier, dazu vielleicht zwei Geigen“. Seine Aufgabe bestand nun darin, das Stück spielbar zu machen für ein sinfonisches Blasorchester mit 32 Instrumenten.

Was der Musiker Weber da komponiert hatte, das sei zweifelsfrei „ein sehr schöner Marsch“, attestierte Lüdeke. „Da ist schon Musik drin.“ Der knapp vier Minuten lange Marsch sei typisch für die Zeit um 1870, „zackig“. Musiker Weber „wusste, was er schrieb. Da ist kein Fehler, alles ist dünn und fein geschrieben.“

Eine erste Hörprobe gab es schließlich im Mai vorigen Jahres. Das Blasorchester Lilienthal widmete sich in Worphausen bei Worpswede dem bis dato unbekannten Marsch.

Etwa ein Jahr später folgte dann die „Weltpremiere“: Das Verdener Blasorchester im TSV Borstel stellte das Stück am Domherrenhaus vor. „Mehrere hundert Zuhörer“ seien dazu gekommen, berichtete Werner Lüdeke. Was ihn besonders freute: Das neue alte Stück sei „unheimlich gut angekommen“.

Marsch zunächst

vermutlich

in ganz kleiner

Besetzung gespielt

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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