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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Geschichte: Masterplan für Alt-Hude erforderlich

21.07.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-07-21T05:21:41Z 280 158

Geschichte:
Masterplan für Alt-Hude erforderlich

Hude In Hudes guter Stube, dem Klosterviertel, gibt es enormen Sanierungsstau. Nicht nur in der Ruine bröckelt es, wie am Mittwoch beim Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke von Gutsverwalterin Greta von Witzleben und den Freunden des Klosters deutlich gemacht wurde.

Und wenn’s bröckelt, geht’s auch um Verkehrssicherungspflicht. Das könne ihre Familie nicht leisten, so von Witzleben. Im schlimmsten Fall sei das Areal zu sperren.

Zum Gedenken

an die Opfer des Nationalsozialismus und an den Widerstand gegen Hitler legte am Mittwoch Abgeordneter Ansgar Focke an der Erinnerungsstele auf dem Erbbegräbnis der Familie von Witzleben einen Kranz nieder. Erinnert wurde dabei an das gescheiterte Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Einer der verurteilten und hingerichteten Widerstandskämpfer war Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, Ururgroßonkel von Greta von Witzleben.

Dass es viel zu tun gibt in „Alt-Hude“ weiß auch Bürgermeister Holger Lebedinzew. Bis auf die vor Jahren restaurierte Klostermühle, gebe es erheblichen Bedarf. Lebedinzew hält es für geboten, einen „Masterplan“ aufzustellen, und dabei auszuloten, was erforderlich ist. Dann müsse man schauen, wer sich finanziell beteilige, um das Denkmal vor dem Verfall zu bewahren.

Die Ruine sei per Ernennung durch das Innenministerium schon seit 1987 ein Denkmal von nationaler und kultureller Bedeutung, so Greta von Witzleben. Damals wurden 2,1 Millionen DM in die Erhaltung investiert. Doch mittlerweile bedarf die Ruine erneut größerer Aufmerksamkeit. Sie bröckelt – und das hat nicht nur etwas mit Wind und Wetter zu tun.

Besucher brechen schon mal Steine heraus, Jugendliche klettern in den alten Gemäuern herum, was den Relikten nicht guttut.

„Wir wollen es öffentlich erhalten, aber mit Wertschätzung“, sagt von Witzleben. Ein wenig Geld für die Unterhaltung könne zum Beispiel durch einen Drehkreuz-Zugang mit Einwurf von einem Euro zusammenkommen. Bei bis zu 10 000 Besuchern im Jahr schon ein Betrag, mit dem man etwas machen könne.

Mit Wertschätzung

Der Familie von Witzleben gehört die Ruine mit dem Saal, in dem sich das Museum befindet, die Gemeinde ist seit 1997 Pächterin. Es gibt Verträge, über die neu verhandelt werden muss, weil sie Ende des Jahres auslaufen.

Gabriel Theermann von den Freunden des Klosters, die jährlich fast 4000 Besucher zu Führungen und während der Öffnungszeiten des Museums betreuen, sprach von der Ungewissheit und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Klosterfreunde den Museumssaal weiterhin nutzen können. Die Gemeinde hat den Raum für kleines Geld gemietet, die Unterhaltung bestreiten die Klosterfreunde. Das ist für die Ehrenamtlichen ein enormer Aufwand, da das alte Gebäude kaum isoliert ist und hohe Heiz- und Stromkosten anfallen. Theermann hofft deshalb auf eine Verbesserung der Gebäudesubstanz.

„Hude ohne die Klosterruine kann es nicht geben“, stellte Abgeordneter Focke fest. Gleichwohl könne man kein Fass ohne Boden aufmachen. Was fehlt, ist nun mal Geld.

Oft fehlt aber vielleicht auch nur derjenige, der weiß, wo man Fördergelder beantragen muss oder der sich zuständig fühlt. Gabriel Theermann sprach von einem „Geschacher“ zwischen einzelnen Gremien.

Es werde schwierig, wichtig aber sei, dieses Kleinod zu erhalten und vielleicht auszubauen, sagte CDU-Vorsitzender Dirk Vorlauf.

Kein Disneyland

Ansgar Focke will jetzt zum Kulturministerium in Hannover und den Bürgermeister mitnehmen, um nach finanzieller Förderung zu fragen. Erst einmal sei jedoch ein Konzept für das gesamte Areal erforderlich, so Lebedinzew.

Man wolle aber kein Disneyland in Hude, sagte Greta von Witzleben.