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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Mit 33 schon viel gesehen

22.03.2014

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass sich zwei Kommunen einen Mitarbeiter teilen. Lars Gremlowski (33) arbeitet seit November 2012 als Klimaschutzmanager für die Gemeinden Ganderkesee und Dötlingen. „75 Prozent meiner Arbeitszeit verbringe ich in Ganderkesee“, erklärt Lars mir. Er hat die Aufgabe, das integrierte kommunale Klimaschutzkonzept und die vom Gemeinderat empfohlenen Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und ein Klimaschutz-Controlling aufzubauen.

Zwei Dinge haben mich bei unserem Gespräch sehr beeindruckt. Zum einen, dass Lars, obwohl noch jung an Jahren, schon viel erlebt und gesehen hat. Vor allen Dingen aber, dass er den Klimaschutz auch privat in den Vordergrund stellt. „Es muss noch viel passieren, und jeder sollte sich über sein Handeln bewusst sein“, meint er. So ist es für ihn selbstverständlich, beim Einkaufen auf regionale und saisonale Produkte zu achten und kaum Fleisch zu essen.

Aufgewachsen ist Lars Gremlowski in Heide. Schon in jungen Jahren gab es für ihn nichts Schöneres, als sich in der freien Natur aufzuhalten. An der Realschule Bookholzberg wurden Erdkunde, Biologie und Chemie schnell seine Lieblingsfächer. Bei seinem ersten Praktikum versuchte Lars sich noch als Technischer Zeichner. Das war allerdings noch nicht, was er sich beruflich vorgestellt hatte. Das zweite Praktikum absolvierte er im Labor der Landwirtschaftskammer Oldenburg. „Das war genau das, was ich wollte!“

Nach dem Schulabschluss hatte er das große Glück, dass er bei Umweltschutz Nord eine Ausbildung zum Chemielaboranten machen konnte. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, allerdings war diese Ausbildung auch nicht einfach“, sagt Lars. Er wollte beruflich weiterkommen, und so legte er seine Fachhochschulreife ab, um dann in Bremen den internationalen Bachelorstudiengang Umwelttechnik zu absolvieren.

Ein Jahr seines Studiums verbrachte er in Neuseeland. Noch heute schwärmt Lars von dieser Zeit. „Neuseeland ist ein unglaublich schönes und vielfältiges Land! Vermisst habe ich dort nur das gute deutsche Brot.“ In Neuseeland konnte Lars zum einen die unberührte Natur erleben, und gleichzeitig erfuhr er im Studium viel über den globalen Klimawandel.

In Neuseeland fasste Lars auch den Entschluss, dass sein beruflicher Weg in diese Richtung gehen sollte. So passte es optimal, dass er nach dem Abschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Alfred-Wegener-Institut arbeiten konnte, um an zwei Expeditionen auf dem Forschungseisbrecher Polarstern teilzunehmen. Jeweils für zehn Wochen ging es in die Arktis und in die Antarktis, mit Stopp an der deutschen Forschungsstation Neumayer II, die sich 20 Meter tief im Eis befindet.

Lars erzählte mir von vielen faszinierenden Momenten, etwa als er Eisbären und Buckelwale aus unmittelbarer Nähe erleben durfte. „Beeindruckend waren für mich auch die klare Luft und die unendliche Stille. Nach meiner Rückkehr ging mir anfangs der normale Lärm hier auf die Nerven.“ Andererseits sahen er und seine Kollegen wochenlang „nur“ Meereis und Eisberge, dazu waren die Möglichkeiten, die knappe Freizeit unterhaltsam zu verbringen, sehr eingeschränkt.

„Diese Reisen haben mich geprägt. Ich konnte mich persönlich vom massiven Rückgang des Eises durch die Klimaerwärmung überzeugen“, sagt Lars. „Würdest Du auf einem Kreuzfahrtschiff Urlaub machen?“, wollte ich wissen. „Niemals! Kreuzfahrtschiffe tragen zunehmend zum Klimawandel bei, da gibt es weitaus umweltfreundlichere Möglichkeiten, um den Urlaub zu verbringen“, gab Lars mir zur Antwort. Nach den einschneidenden Erlebnissen auf der Polarstern studierte Lars noch zwei Jahre an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im Masterstudiengang „Management globaler Umweltveränderungen“.

Seit seinem 16. Lebensjahr ist Lars Mitglied der Feuerwehr Schierbrok, und da er in Heide wohnt, ist er rund um die Uhr einsatzbereit. Mitglied ist Lars seit einigen Jahren auch bei den Delmenhorster Sporttauchern. Dass dieser Sport nicht ganz gefahrlos ist, ist ihm bewusst. „Man muss sein Können gut einschätzen und regelmäßig trainieren.“ Nahe Cuxhaven liegt der Kreidesee in Hemmoor. Dieser ehemalige Tagebau sei für Sporttaucher nahezu ideal – sehr gute Sichtweite, und auf dem Seegrund fänden sich etwa versenkte Autos und Schiffe sowie ein LKW und Ultraleichtflieger.

Doch Lars Gremlowski hat nicht nur eine Schwäche für die Tiefe, sondern auch für die Höhe. Nach Feierabend klettert er gerne in einer Kletterhalle in Bremen, und im Urlaub erklimmt er Berge oder Vulkane.

Lars Gremlowski,Klimaschutzmanager der Gemeinden Ganderkesee und Dötlingen

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